. .

Ein Projekt von: BR | NDR | SWR | WDR

Sicher landen mit neuem Helmdisplay für Hubschrauberpiloten

03.09.2013, von , in Karte anzeigen

Unsere Reporterin mit dem Display-Helm

Unsere Reporterin mit dem Display-Helm

Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt testen am Forschungsflughafen Braunschweig ein neues Helmdisplay für Hubschrauberpiloten. Es sieht aus wie eine Skibrille, die direkt am Helm befestigt wird. Wesentliche Informationen wie Höhe, Geschwindigkeit, Flugrichtung und Lage im Raum werden so direkt vor den Augen des Piloten eingeblendet, statt wie bisher auf einer fest installierten Anzeige im Cockpit. Reporterin Carmen Woisczyk war beim Testflug dabei.

Der Hubschrauber vor dem Start

Der Hubschrauber vor dem Start

Das Ziel der Forscher ist es, Piloten mithilfe des Helmdisplays in schwierigen Situationen zu entlasten und die Landung durch zusätzliche Informationen über schwer sichtbare Hindernisse sicherer zu machen. Denn Hubschrauberpiloten dürfen sich nicht allein auf die Instrumente im Cockpit verlassen, sondern müssen bei der Landung mit eigenen Augen kontrollieren, ob zum Beispiel Hindernisse oder Personen im Weg sind. Das ist besonders bei schlechter Sicht schwierig, zum Beispiel in der Nacht, bei Nebel oder wenn Staub oder Schnee aufwirbelt.

Das Forscher-Team

Das Forscher-Team

Ein Pilot blickt also ständig hin und her zwischen dem Geschehen draußen und der festinstallierten Anzeige im Cockpit, auf der er bisher Informationen über Höhe, Geschwindigkeit und Lage im Raum ablesen kann.

Im Experiment der Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt prüft ein Pilot der Bundeswehr das neue Helmdisplay. Er soll unter anderem bewerten, ob die darauf eingeblendeten Werte gut lesbar sind und ob es seine Augen entlastet. Außerdem geht es beim Testflug um den Tragekomfort.

Die Forscher  verfolgen gespannt jedes Flugmanöver in einem Kontrollcontainer am Boden. Sie stehen in ständigem Funkkontakt mit dem Piloten und seiner Crew in der Luft.

Blick durch das Helmdisplay

Blick durch das Helmdisplay

Der Start ist durch ein Fenster im Container zu sehen. Den weiteren Flugverlauf  können die Wissenschaftler per GPS verfolgen. Auf einem Computerbildschirm werden eine Landkarte mit aktuellen Positionsdaten des Hubschraubers, sowie weitere Informationen über Flughöhe, Geschwindigkeit und Lage im Raum angezeigt.

Die Forscher während des Flugs im Kontrollhäuschen

Die Forscher während des Flugs im Kontrollhäuschen

Das Urteil des Piloten: Er kann die Informationen auf dem Visier des Helms gut ablesen. Sie leuchten grün am Brillenrand auf und überlagern die Außenansicht, ohne seinen Blick nach draußen zu behindern. Sowohl Außenansicht als auch die eingeblendeten Informationen erleichtern vor allem die Landung, weil er nicht mehr ständig hin und her blicken muss zwischen Cockpit und Landestelle, sagt er nach dem Test.

Auch die Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Braunschweig sind zufrieden mit dem Ergebnis. Doch weitere Testflüge seien erforderlich. Erst in ein paar Jahren könnte das neue Helmdisplay zum Beispiel in der Luftrettung eingesetzt werden.

Share

Schreibe einen Kommentar

*

Kartendarstellung

Karte
 

Der SWR ist Mitglied der ARD.

Impressum | SWR ©2019