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Wie wirkt sich die CO2 Zunahme auf die Landwirtschaft aus?

08.07.2013, von , in Karte anzeigen

Versuchsleiter Dr Jürgen Bender mit der Reporterin auf dem Versuchsfeld des Braunschweiger Thünen Instituts

Versuchsleiter Dr Jürgen Bender mit der Reporterin auf dem Versuchsfeld

Klimaforscher sind sich einig: Die CO2-Konzentration in der Luft steigt rapide an. Die Folge: Unser Klima wird sich verändern. Aber wie genau werden Kulturpflanzen wie Weizen, Gerste oder Mais auf die CO2-Zunahme und den Klimawandel reagieren? Das untersuchen Wissenschaftler des Braunschweiger Thünen Instituts in europaweit einzigartigen Feldversuchen. Reporterin Carmen Woisczyk war bei einem der Experimente dabei.

Zylinderförmige Kammern stehen auf dem Feld verteilt. Die Hälfte davon wird mit hochdosiertem Treibhausgas begast

Zylinderförmige Kammern stehen auf dem Feld verteilt. Die Hälfte davon wird mit hochdosiertem Treibhausgas begast.

In der Untersuchung wollen Forscher des Bundesinstituts herausfinden, wie verschiedene Gerstesorten auf hochdosiertes Treibhausgas reagieren. Sie leiten das Gas über ein Rohrsystem direkt zu den Versuchspflanzen in 12 zylinderförmige Kammern.

In sechs dieser Kammern simulieren die Forscher eine CO2-Konzentration, die vermutlich  in 60 bis 80 Jahren unser Klima bestimmen wird. Ein verdoppelter CO2-Wert.

100 verschiedene Gerstesorten werden getestet Darunter alte Sorten wie Vogelsanger Gold oder Gerbel aus Frankreich

100 verschiedene Gerstesorten werden getestet. Darunter alte Sorten wie Vogelsanger Gold oder Gerbel aus Frankreich.

Die andere Hälfte der 3 mal 3 Meter großen Gewächshäuser wird zum Vergleich mit der Außenluft, also mit dem heutigen CO2-Wert belüftet. Einmal wöchentlich kontrollieren die Forscher das Wachstum der verschiedenen Gerstesorten. Sie messen die Wuchshöhe einzelner Pflanzen .

Die Wissenschaftler stellen bei den Kontrollen immer wieder fest, dass einige Sorten bei hochdosiertem Treibhausgas besser wachsen als bei heutigen CO2-Werten. Ein Beispiel dafür ist die Sorte „Vogelsanger Gold“. Doch sie identifizieren auch Sorten, die das hochdosierte Gas weniger gut verwerten, wie die Sorte „Gerbel“. Die tatsächliche Ertrags- und Wachstumsleistung wird später nach der Ernte noch einmal im Labor genau analysiert.

Der Zuwachs der verschiedenen Sorten wird wöchentlich mit dem Zollstock gemessen. Hier die Sorte Gerbel.

Der Zuwachs der verschiedenen Sorten wird wöchentlich mit dem Zollstock gemessen. Hier die Sorte Gerbel.

Die Forscher wollen in ihrer Untersuchung solche Gerstesorten identifizieren, die sich optimal an das Klima der Zukunft anpassen können. Dazu gehören Sorten, die das Treibhausgas maximal verwerten. Noch offen ist die Frage, ob diese Sorten zudem auch besonders hitzetolerant sind und Dürreperioden ohne erhebliche Ertragseinbußen überstehen. Dazu sind in den nächsten Jahren weitere Experimente am Thünen Institut in Braunschweig geplant. Die Ergebnisse sollen an Pflanzenzüchter weitergereicht werden.

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