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Sägen ohne Gefahr – Schnittschutzhose im Test

17.06.2013, von , in Karte anzeigen

Der Prüfstand: Ein Kettensägenblatt und darunter ein simuliertes Hosenbein

Der Prüfstand: Ein Kettensägenblatt und darunter ein simuliertes Hosenbein

Sägen liegt im Trend. Vielleicht nicht unbedingt in großen Städten, aber in eher ländlich geprägten Gegenden, haben viele Menschen in Zeiten hoher Heizölpreise entdeckt, dass Heizen mit Holz eine gute Alternative ist. Und wenn man sich das Holz nicht frisch gesägt anliefern lässt, sondern selbst im Wald die Kettensäge startet, wird es noch billiger. Doch der Umgang mit der Motorsäge ist nicht ungefährlich. Um Verletzungen zu vermeiden, gibt es Schutzkleidung. Unter anderem Schnittschutzhosen.
Doch wie sicher sind die wirklich? Diese Frage untersucht Professor Dirk Wolff von der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg. An einem in Deutschland einzigartigen Prüfstand  testet er Schnittschutzhosen und versucht, zusammen mit einer Textilfirma bessere Materialien zu entwickeln. Ulrike Mix hat sich das Experiment zeigen lassen, und auch selbst mal zur Motorsäge gegriffen.

Selbstversuch: Ulrike Mix sägt am Baumstamm

Selbstversuch: Ulrike Mix sägt am Baumstamm

Selbstversuch: Welches ist der gefährliche Moment, wenn ich einen Baumstamm durchsäge? Vielleicht der Moment, wenn die Säge durch die dicke Baumscheibe durch ist und ohne Widerstand in Richtung meiner Beine und Füße fällt?
Die meisten Unfälle passieren, wenn man mit der Spitze der Kettensäge ans Holz kommt, meint Professor Dirk Wolff von der Forsthochschule Rottenburg. Dann schlägt die Säge nach oben oder zur Seite. Damit wenig oder nichts passiert, gibt es Schnittschutzhosen.

Los geht's: Prof. Dirk Wolff startet per Computer das Experiment

Los geht’s: Prof. Dirk Wolff startet per Computer das Experiment

Die werden von einer Zulassungsstelle auf ihre Sicherheit geprüft. Trotzdem untersucht Dirk Wolff an einem in Deutschland einzigartigen Prüfstand solche Hosen, um festzustellen, wie viel sie tatsächlich aushalten.

Reingesägt: Das Sägeblatt steckt im Schnittschutz

Reingesägt: Das Sägeblatt steckt im Schnittschutz

Der Prüfstand besteht aus einem Kettensägenblatt und einer Röhre, die das menschliche Bein simuliert. Über sie streift der Wissenschaftler eine Schnittschutzhose und fixiert sie. Dann startet das Experiment: Vom Computer gesteuert fällt das laufende Kettensägenblatt herunter und taucht in die Hose ein. Wenig später kommt die Kette zum Stehen.
Eine Hochgeschwindigkeitskamera zeigt: Als die Kette in die Hose eingedrungen ist, haben sich watteartige Fäden gelöst. Das Schnittschutzmaterial hat sich in die Kette eingehängt und das Antriebsritzel verstopft. Das Innenfutter ist unversehrt.

Test bestanden: Die letzte Lage des Schnittschutzes ist nur angekratzt

Test bestanden: Die letzte Lage des Schnittschutzes ist nur angekratzt

Dirk Wolff interessiert unter anderem wie lange der in den Hosen eingenähte Schnittschutz hält. Setzen das Waschen oder die UV-Strahlung die Sicherheit herab? Solche Erkenntnisse sollen die Sicherheit von Schnittschutzhosen verbessern. Die Zukunft wird laut Wolff aber wohl einem high-tech Kleidungsstück gehören: Derzeit arbeiten Firmen an einer Hose mit Sensortechnik. Dabei soll die Kette der Säge automatisch abschalten, wenn sich das Blatt der Hose nähert.

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