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Ein Blick reicht – Eine Datenbrille bringt die Welt zum Sprechen

27.05.2013, von , in Karte anzeigen

Christoph König und Prof. Andreas Dengel, Projektleiter am DFKI in Kaiserslautern

Christoph König und Prof. Andreas Dengel, Projektleiter am DFKI in Kaiserslautern

Dem ersten Eindruck nach könnte man sie für eine normale Ski-Brille halten: Gläser aus Kunststoff in einem breiten schwarzen Gestell. Doch die Brille des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern steckt voller High-Tech. Ein Blick genügt und die Brille bringt die Umgebung zum Sprechen – zumindest im Modellversuch.

 

Der Brillenträger schaut auf etwas und die Datenbrille zeigt Informationen direkt im Sichtfeld an

Der Brillenträger schaut auf etwas und die Datenbrille zeigt Informationen direkt im Sichtfeld an

Die Idee dahinter ist einfach. Der Brillenträger schaut sich einen Gegenstand, eine Person oder ein Gebäude an und die Datenbrille zeigt Informationen direkt im Sichtfeld an oder eine Stimme liefert die Informationen über einen Kopfhörer direkt ins Ohr.

Im DFKI funktioniert das schon an einem 3D-Modell des Sankt Martinsplatzes in Kaiserslautern, das in etwa so groß ist wie ein Schreibtisch. Der Betrachter sitzt vor dem Modell und sucht sich einen Punkt aus.

 

Screenshot, unten links sieht man eine Aufnahme der Pupillen mit Lichtpunkten zur Blickerfassung

Screenshot, unten links sieht man eine Aufnahme der Pupillen mit Lichtpunkten zur Blickerfassung

Kameras erfassen das Blickfeld nach außen, aber auch die Pupillen des Brillenträgers, auf denen glänzende Punkte zu sehen sind. Die Datenbrille schickt einen Infrarotstrahl auf den Hintergrund des Auges. Die glänzenden Punkt sind die Reflektionen des Strahls. Die Kamera kann dann anhand der Position der Lichtpunkte genau bestimmen, wohin man schaut.

 

Wiedergabe des Gesehenen über ein Display

Wiedergabe des Gesehenen über ein Display

Die Informationen wandern dann über ein Kabel zu einem Computer, der dann die entsprechende Datenbank sucht und die Ergebnisse entweder auf dem Display einblendet oder als Sprachdatei an die Lautsprecher schickt. Daher der Projektname „Talking Places“, also : sprechende Plätze. Die Informationen müssen die Wissenschaftler vorher natürlich gesammelt und eingegeben haben.

 

„Augmented Reality“ oder: Angereicherte Realität

„Augmented Reality“ oder: Angereicherte Realität

Die Forscher nennen solche Informationssysteme „Augmented Reality“, angereicherte Realität. Es gibt schon viele solcher Programme für Smartphones, die auf dem Display Infos zur Umgebung einblenden. Der Unterschied zu Datenbrille: Diese Apps zeigen alles an, was in der Nähe verfügbar ist. Die Brille zeigt ausschließlich das an, was für den Betrachter interessant und relevant ist – und das verrät der Blick.

 

Vergleich einer Smartphone-App mit der Datenbrilledreas Dengel, Projektleiter am DFKI in Kaiserslautern

Vergleich einer Smartphone-App mit der Datenbrille

Handel und Gastronomie wollen mit Technik wie „Talking Places“ Werbung, Öffnungszeiten oder spezielle Angebote direkt im  Bewusstsein des Kunden platzieren. Aber auch für Museen ist die Datenbrille interessant. Das zeigte der Modellversuch „Museum Guide 2.0“ im Museum Pfalzgalerie in Kaiserslautern.

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