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Notausgang – Fischotter vor dem Ertrinken retten

14.05.2013, von , in Karte anzeigen

Otter in Reuse (Foto: NDR)

Viele Otter ertrinken in Reusen

Fischotter sind vom Aussterben bedroht: Viele der Tiere starben, weil sie gejagt wurden, die Flüsse und Bäche ausgebaut und Feuchtgebiete trocken gelegt wurden. Obwohl sich der Fischotter heute in einigen Regionen Deutschlands wieder vermehrt, ist sein Leben doch in Gefahr: Unter anderen durch die Reusen für den Fischfang. In den ringförmigen Netzen der Fischer sind schon hunderte Otter ertrunken! Wissenschaftler eines Otterzentrums in Niedersachsen haben einen Otter-Notausgang für Reusen entwickelt und wollen herausfinden, ob das das Leben der scheuen und seltenen Tiere retten kann. Reporterin Carmen Woisczyk war bei den Untersuchungen dabei.

Der Otternotausgang ist kaum zu sehen Die Reuse ist rund 20 cm aufgeschnitten und wieder zugenäht worden (Foto: NDR)

Der Otternotausgang ist kaum zu sehen

Bei dem Forschungsexperiment sollen zwei Versuchstiere unter Wasser den speziellen Otter-Notausgang in einer Reuse testen. Dabei handelt es sich um eine Sollbruchstelle am hinteren Ende der Reuse: Das Netz ist etwa 20 Zentimeter aufgeschlitzt und mit einem speziellen Faden wieder zugenäht.

Versuchsleiter Dr. Hans-Heinrich Krüger vom Otterzentrum Hankensbüttel

Versuchsleiter Dr. Hans-Heinrich Krüger vom Otterzentrum Hankensbüttel zeigt die Reuse mit Otternotausgang

Die Forscher hoffen, dass der Faden reißt, wenn der Otter mit seiner Schnauze nach einem Ausweg sucht und kräftig dagegen stößt. Sie beobachten das Experiment unter Wasser genau durch eine Glasscheibe. Jedes Tier hat maximal 2 Minuten Zeit, um den Notausgang zu finden und sich zu befreien.

Tierpfleger lassen den Otter aus der Kiste, der unter Wasser durch Leitnetze in die Reuse schwimmt (Foto: NDR)

Tierpfleger lassen den Otter aus der Kiste, der unter Wasser durch Leitnetze in die Reuse schwimmt

Der erste Otter wird aus einer Transportkiste ins Wasser gelassen. Er taucht unter Wasser durch ein 5 Meter langes Leitnetz. Dieser Weg führt das Tier direkt auf die Reuse zu und der Otter schwimmt hinein.

Er sitzt in der Falle: Immer wieder stupst er kräftig mit der Schnauze gegen das Netz, doch er kann sich in der vorgegebenen Zeit nicht selbst befreien.

Tierpfleger ziehen ihn deshalb mitsamt der Reuse an die Wasseroberfläche. Auch das zweite Versuchstier findet den Notausgang nicht und wird aus dem Wasser gezogen, damit es nicht ertrinkt.

Der Versuch wird abgebrochen und der Otter mitsamt der Reuse aus dem Wasser gezogen (Foto: NDR)

Der Versuch wird abgebrochen und der Otter mitsamt der Reuse aus dem Wasser gezogen

Das Experiment ist gescheitert. Dennoch bleiben die Forscher optimistisch: Sie wollen den Notausgang verbessern und später weitere Tests durchführen. Sie hoffen, dass ein dünnerer Faden schneller reißt, wenn der Otter dagegen stößt.

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