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Bodeninventur: Wie fruchtbar ist deutsches Ackerland?

18.03.2013, von , in Karte anzeigen

Bodenproben: Mit Rammkernsonden werden 1m tiefe Bohrkerne aus dem Acker gezogen

Bodenproben: Mit Rammkernsonden werden 1m tiefe Bohrkerne aus dem Acker gezogen

Böden haben für den Klimaschutz eine große Bedeutung, denn sie binden Kohlenstoff aus der Luft. Das ist gut so, denn in der Luft gilt zu viel davon als Klimakiller. Den Boden macht Kohlenstoff dagegen fruchtbar. Er gelangt über die Photosynthese von Pflanzen und über abgestorbene Pflanzenreste in den Acker. Aber wie viel organischer Kohlenstoff ist darin gespeichert? Das wollen Wissenschaftler des Thünen Instituts in Braunschweig jetzt herausfinden. Sie nehmen Bodenproben an über 3000 Standorten in ganz Deutschland. Reporterin Carmen Woisczyk war bei einer Probenentnahme auf einem Acker in Braunschweig dabei.

Harte Arbeit: Reporterin Carmen Woisczyk gräbt sich 1m tief in den Ackerboden

Harte Arbeit: Reporterin Carmen Woisczyk gräbt sich 1m tief in den Ackerboden

Bislang gibt es keine einheitliche, deutschlandweite Datengrundlage. Die Bodenzustandserhebung soll diese Lücke nun schließen. Mit Hilfe der Ergebnisse können die Bodenexperten dann nicht nur die Fruchtbarkeit des Bodens bestimmen, sondern später auch einen möglichen Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz. Denn unter anderem beeinflusst die landwirtschaftliche Bearbeitung des Bodens den Kohlenstoffgehalt.

 

Roland Prietz vom Thünen Institut nimmt Bodenproben aus dem Erdloch: Er rammt einen Stechzylinder in den Bodenhorizont.

Roland Prietz vom Thünen Institut nimmt Bodenproben aus dem Erdloch: Er rammt einen Stechzylinder in den Bodenhorizont.

Die Forscher entnehmen Bodenproben aus einem 1m tiefen Erdloch, schauen sich den Bodenhorizont an und bestimmen Bodentyp, Durchwurzelung, Steingehalt, sowie die Farbe der verschiedenen Erdschichten. Je dunkler der Boden ist, desto mehr Kohlenstoff ist darin gespeichert. Tonige Böden enthalten zudem mehr Kohlenstoff als sandige.

 

Die Eisenstange wurde in den Boden gerammt und nun herausgezogen. Sie enthält eine Bodenprobe.

Die Eisenstange wurde in den Boden gerammt und nun herausgezogen. Sie enthält eine Bodenprobe.

Schließlich rammen die Wissenschaftler 8 Eisenstangen in den Acker und entnehmen weitere Bodenproben im Umkreis von 10 Metern um das große Erdloch. Die Stangen sind innen hohl, so dass sich die Erde darin sammelt.

 

Roland Prietz und Ulf Baumann vom Thünen Institut zerteilen die Bodenprobe aus der Eisenstange in 5 Abschnitte.

Roland Prietz und Ulf Baumann vom Thünen Institut zerteilen die Bodenprobe aus der Eisenstange in 5 Abschnitte.

Der so genannte Bohrkern wird in mehrere Abschnitte zerteilt und für die Analyse im Labor verpackt.

Das Ergebnis der Feldanalyse: Die Experten schätzen den Kohlenstoffgehalt anhand der dunklen Farbe in der obersten Humusschicht auf etwa 3 Prozent. Das heißt, der Boden ist mittelfruchtbar und liegt damit im bundesweiten Durchschnitt.

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