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Nichts für Couch-Potatoes – der Bewegungssessel

04.03.2013, von , in Karte anzeigen

Der Fraunhofer Prototyp des Bewegungssessels ausgeklappt und in Aktion

Der Fraunhofer Prototyp des Bewegungssessels ausgeklappt und in Aktion

Immer mehr ältere Menschen leben in Deutschland. Die Forschung versucht nun Konzepte zu entwickeln, wie alte Menschen möglichst lange gesund und fit bleiben. Im Alter ist es oft schwierig, sich zu Bewegung zu motivieren und da haben sich Forscher etwas ausgedacht, was zu nächst paradox klingt: einen Bewegungssessel. Der Prototyp dieses Sessels steht am Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen in Erlangen.

In einer programmierten Reihenfolge leuchten die Sitzsegmente einzeln auf

In einer programmierten Reihenfolge leuchten die Sitzsegmente einzeln auf

Auf den ersten Blick ist es ein ganz normaler schwarzer Ledersessel, doch der hat es im wahrsten Sinne des Wortes „in sich“. Durch Sensoren in den Armlehnen können die wichtigsten Gesundheitsparameter gemessen werden: Puls, Blutdruck und die Sauerstoffsättigung des Blutes. Weitere Sensoren in acht Segmenten der Sitzfläche und Sitzlehne reagieren auf die Sitzposition.

 

Zusammengeklappt sieht er aus wie ein ganz normaler schwarzer Ledersessel

Zusammengeklappt sieht er aus wie ein ganz normaler schwarzer Ledersessel

Und genau diese Sensoren ermöglichen auch ein Bewegungsspiel, das Muskeln und Gedächtnis im Sitzen anregt. Auf einem Bildschirm leuchten die Sitzsegmente in einer bestimmten Reihenfolge auf. Diese Reihenfolge kann dann der Sitzende durch seine Bewegung wiederholen und die Sensoren überprüfen diese Bewegungen. Verschieden anspruchsvolle Bewegungsabläufe können so im Sitzen durchgeführt werden.

 

Wem das noch zu wenig Bewegung ist, findet unter den aufklappbaren Armlehnen ein Rudergestänge und eine Fußstütze unter dem Sitz. Auf dem Bildschirm erscheint eine Flusslandschaft. Der Sessel lädt also jederzeit zu einer virtuellen Ruderpartie ein und da das Rudergestänge auch mit Beschleunigungssensoren ausgestattet ist, läuft der Film entsprechend der Bewegungen langsamer oder schneller ab. Und über Internet sind dann sogar Ruderwettfahrten mit Bekannten in anderen Städten möglich, die ebenfalls einen solchen Sitz haben. Wie der Sessel bei möglichen Kunden ankommt, soll demnächst in einer Studie an der TU München getestet werden.

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