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Uniklassen online

04.02.2013, von , in Karte anzeigen

Der Klassenraum einer Münchener Grundschule ist speziell ausgestattet für das Projekt „Uni-Klassen“

Der Klassenraum einer Münchener Grundschule ist speziell ausgestattet für das Projekt „Uni-Klassen“

Auf den ersten Blick ist es eine ganz normal Schulklasse mit Stühlen, Tischen, einer Tafel und ein paar bunten Bildern an der Wand. Doch auf den zweiten Blick erkennt man einige Besonderheiten: An der Wand eine Schiene mit einer beweglichen Videokamera und von der Decke ragen Mikrophone. Und der Klassenraum klingt auch ganz anders. Durch Teppichboden und eine spezielle Deckenverkleidung wird der Schall geschluckt und der Raum wirkt angenehm ruhig.

Während Studenten in einem Klassenraum unterrichten, sitzen im Nebenraum Kommilitonen und verfolgen das Geschehen per Video-Übertragung

Während Studenten in einem Klassenraum unterrichten, sitzen im Nebenraum Kommilitonen und verfolgen das Geschehen per Video-Übertragung

Der Klassenraum im dritten Stock der Grundschule an der Haimhauser Straße im Münchner Stadtteil Schwabing ist speziell ausgestattet für das Projekt „Uni-Klassen“ der Ludwig Maximilians Universität (LMU) in München. Hier haben Lehramtsstudenten die Möglichkeit, sich bei Ihren Probestunden filmen und aufnehmen zu lassen und sich anschließend selbst in einer Unterrichtstunde zu beobachten. Kai Nitsche, der das Projekt betreut, erklärt, dass die akustische Ausstattung des Klassenraums überhaupt die Voraussetzung geschaffen hat, verständliche und somit verwendbare Aufnahmen zu produzieren.

Kai Nitsche, der das Projekt „Uni-Klassen“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München betreut

Kai Nitsche, der das Projekt „Uni-Klassen“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München betreut

Melanie Aschenbrenner und Julia Kaser studieren Lehramt im fünften Semester. Sie geben heute eine Sachunterrichtstunde in der ersten Klasse. Dabei werden sie gefilmt. Im Nebenraum sitzen Kai Nitsche und die Kommilitoninnen aus dem Semester und beobachten den Unterrichtsverlauf. Kai Nitsche kann die zwei Kameras unabhängig voneinander steuern. Mal fokussiert er die Lehrerinnen, mal zoomt er in eine Schülergruppe. Details der Aktionen im Klassenraum werden so sichtbar.

Nach Ende der Stunde bekommen Melanie Aschenbrenner und Julia Kaser ein Feedback von den aufmerksamen Beobachtern. Einzelne Sequenzen können sie sich noch einmal auf Video anschauen und genau erkennen, wie sie selbst wirken, in welchen Momenten die Schüler unaufmerksam wurden und auch, was ihnen gut gelungen ist. Kai Nitsche ist sich sicher, dass diese Form der Unterrichtsbegleitung besser funktioniert als Schulungsvideos mit „Standard-Situationen“, wie sie heute zur Lehramtsausbildung verwendet werden. „Die Chance, sich und Studenten des gleichen Semesters „live“ über die ganze Stunde zu beobachten, ist etwas Besonderes“, sagt er.

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