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Wie viele Bäume hat Deutschland? Die Bundeswaldinventur

17.12.2012, von , in Karte anzeigen

 

Der niedersächsische Inventurleiter Uwe Neupert vermisst den Wald: Mit einem Kompass visiert er eine dicke Eiche an

Der niedersächsische Inventurleiter Uwe Neupert vermisst den Wald: Mit einem Kompass visiert er eine dicke Eiche an

Deutschland ist eines der waldreichsten Länder der Europäischen Union. Ein Drittel seiner Fläche besteht aus Wald – das sind 11,1 Millionen Hektar. Am häufigsten kommen die Nadelbäume Fichte und Kiefer vor, gefolgt von den Laubbäumen Buche und Eiche. Aber wie viele sind es genau, wie viel Holz liefern sie und wie steht es um die Gesundheit des Waldes? Um diese und ähnliche Fragen geht es bei der 3. Bundeswaldinventur – ein riesiges Forschungsprojekt der Bundesregierung. 25 Jahre nach der ersten bundesweiten Erfassung der deutschen Wälder und 10 Jahre nach der zweiten haben Forstexperten in allen Bundesländern Bäume gezählt, den Wald vermessen und seinen Zustand beurteilt. Zwei Jahre hat das gedauert. Reporterin Carmen Woisczyk war bei einer der letzten Waldvermessungen im niedersächsischen Forstamt Wolfenbüttel dabei.

Helfer Christian Haut misst die Stammdicke einer alten Eiche

Helfer Christian Haut misst die Stammdicke einer alten Eiche

Die Messungen werden in jedem Bundesland nach demselben Verfahren durchgeführt, damit die Ergebnisse später verglichen werden können. Dabei zählen die Inventurtrupps die Bäume in ausgewählten Stichprobengebieten nicht nur, sondern vermessen sie auf den Millimeter genau. Die Test-Gebiete sind bei jeder Bundeswaldinventur die gleichen, sie sind im Schnitt 300 m² groß und liegen verstreut in ganz Deutschland.

Haut begutachtet einen Rückeschaden am Stamm einer Eiche

Haut begutachtet einen Rückeschaden am Stamm einer Eiche

Bei alten Bäumen werden neben dem Stammumfang und der Kronenhöhe auch Schäden, wie zum Beispiel von Waldmaschinen unter die Lupe genommen. Denn das Ziel der Bundeswaldinventur ist ein umfassender Überblick über den Zustand der deutschen Wälder.

Bei der Verjüngungsaufnahme in einem Stichprobenkreis von 2 Metern werden die kleinen Bäumchen gemessen

Bei der Verjüngungsaufnahme in einem Stichprobenkreis von 2 Metern werden die kleinen Bäumchen gemessen

Außerdem werden junge Bäumchen vermessen, die sich selbst im Waldboden ausgesät haben. Dazu wird in dem Stichprobengebiet eine bestimmte Stelle markiert und von dort aus ein Umkreis von genau 2 Metern bestimmt. Jedes kleine Bäumchen in diesem Stichprobenkreis, das größer als 20 cm und dicker als 7 cm ist, wird gezählt. Die Daten werden vor Ort in ein EDV-Gerät eingetragen.

Die Messdaten werden sofort in ein EDV Gerät eingetragen

Die Messdaten werden sofort in ein EDV Gerät eingetragen

Das Ergebnis: In dem Stichprobengebiet im Forstamt Wolfenbüttel, das Uwe Neupert und Christian Haut zuletzt vermessen haben, sind die Bäume überdurchschnittlich gut gewachsen. Das endgültige Ergebnis über den Zustand der Wälder in ganz Deutschland wird voraussichtlich 2015 veröffentlicht.

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