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Gefährliche Kräuterdrogen – Braunschweiger Forscher ermitteln

19.11.2012, von , in Karte anzeigen

Ein Tütchen mit so genannten Kräuterdrogen wird im Labor untersucht

Ein Tütchen mit so genannten Kräuterdrogen wird im Labor untersucht

Es kommen immer mehr neue Drogen auf den Markt, die zur Tarnung als harmlose Kräutermischungen oder als Raumduft verkauft werden. Doch in Wahrheit handelt es sich dabei um hochgefährliche Substanzen, die nicht nur berauschend wirken, sondern Kreislaufstörungen hervorrufen und sogar zum Tod führen können. Braunschweiger Wissenschaftler untersuchen diese Kräuterdrogen. In einem Experiment werden zwei verschiedene Tütchen mit Kräutermischungen analysiert. Sie wollen nachweisen, dass nicht die Kräuter für den Rausch verantwortlich sind, sondern im Labor künstlich hergestellte Wirkstoffe, die auf die Kräuter aufgesprüht wurden. Reporterin Carmen Woisczyk war bei dem Kräuterdrogentest dabei.

 

Lebensmittelchemiker Dr. Till Beuerle (rechts im Bild) und ein Helfer geben ein Lösungsmittel auf die Kräuterdroge

Lebensmittelchemiker Dr. Till Beuerle (rechts im Bild) und ein Helfer geben ein Lösungsmittel auf die Kräuterdroge

Für den Nachweis nutzen die Wissenschaftler ein Spezialgerät. Damit erstellen sie so genannte molekulare Fingerabdrücke von den Inhaltsstoffen der Kräutermischungen. Jeder Fingerabdruck einer Substanz ist einzigartig und unverwechselbar – wie der Fingerabdruck eines Menschen. Nur so ist es möglich, künstliche Cannabinoide in den Kräutermischungen zu identifizieren.

 

So sieht der Fingerabdruck des künstlich hergestellten Caanbinoids auf dem Bildschirm aus

So sieht der Fingerabdruck des künstlich hergestellten Cannabinoids auf dem Bildschirm aus

Die im Experiment erstellten Fingerabdrücke werden mit bereits vorhandenen in einer Datenbank verglichen. Das Ergebnis ist eindeutig: In manchen Mischungen entdecken die Forscher ein bekanntes, künstliches Cannabinoid. Manche Substanzen in den Kräuterdrogenmischung bleiben aber bei einer solchen Untersuchung aber auch unidentifizierbar.  In diesen Fällen  ist kein Fingerabdruck in der Datenbank zu finden. Der Grund dafür ist, dass Hersteller die molekulare Struktur von künstlich hergestellten Drogen immer wieder verändern, so dass neue berauschende Substanzen entstehen. Jährlich kommen rund 10 neue Substanzen auf den Markt.

 

Das Massenspektrometer erstellt die molekularen Fingerabdrücke

Das Massenspektrometer erstellt die molekularen Fingerabdrücke

Handelt es sich um eine neue Substanz, wird sie in von den Braunschweiger Forschern in die Datenbank aufgenommen. Die Struktur der Droge muss genau analysiert werden, so dass ihr  Fingerabdruck  in die Datenbank übernommen werden kann. Die Datenbank wird ständig aktualisiert und unter anderem auch vom Bundeskriminalamt genutzt, um gefährliche Kräuterdrogen aus dem Verkehr zu ziehen.

 

 

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