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Dinojagd im Harz – Paläontologen graben nach Dinosaurierknochen

22.10.2012, von , in Karte anzeigen

Das Grabungsteam nimmt jeden Stein genau unter die Lupe

Das Grabungsteam nimmt jeden Stein genau unter die Lupe

Der Langenberg im Nordharz gilt als einzigartige Fossilienfundgrube. Europaweit gibt es keinen Ort, an dem mehr Fossilien entdeckt wurden. Paläontologen haben bei früheren Grabungen weit mehr als 1000 Fossilien und Überreste von 20 Dinosauriern zu Tage gebracht. Ein kleiner Dino wurde sogar als neu entdeckte Art anerkannt: „Europasaurus holgeri“ war ein pflanzenfressender Langhalsdinosaurier, der bis zu 6 Meter lang war – ein Zwergdinosaurier  im Vergleich zu seinen nächsten Verwandten. Jetzt suchen Forscher aus ganz Deutschland in einem Steinbruch im Harz nach weiteren bislang unbekannten Dinosaurierarten. Carmen Woisczyk war dabei.

Bevor die Wissenschaftler mit der Grabung beginnen, wird die oberste Gesteinsschicht weggesprengt

Bevor die Wissenschaftler mit der Grabung beginnen, wird die oberste Gesteinsschicht weggesprengt

Zuerst wird die oberste Gesteinsschicht über der Grabungsstelle weggesprengt. Denn die Dinosaurierknochen sind tief in der Erde verborgen. Erst danach beginnt ein 15 köpfiges Grabungsteam mit Bohrhammer und Meißel mit der Suche. Dabei wird jeder Stein genau unter die Lupe genommen. So haben Paläontologen bislang hunderte Fragmente von Schildkrötenpanzern, Zähne von Wasserkrokodilen und Flugsauriern gefunden.

Knötschke sucht nach Dinosaurierknochen: Er bearbeitet einen Stein mit dem Hammer

Knötschke sucht nach Dinosaurierknochen: Er bearbeitet einen Stein mit dem Hammer

Für Grabungsleiter Nils Knötschke vom Dinosaurierpark Münchehagen ist es ein erhebendes Gefühl, etwas in der Hand zu halten, das mehr als 150 Millionen Jahre lang in der Erde verborgen war.

Damals ragte die Region rund um den Langenberg im Harz als tropische Insel aus dem Urmeer. Dort lebte eine Gruppe von mindestens 20 pflanzenfressenden Zwergdinosauriern. Das belegen Knochenfunde in der Vergangenheit.

Erste Fossilienfunde: rechts ein Flugsaurierzahn, links ein Zahn eines urzeitlichen Wasserkrokodils

Erste Fossilienfunde: rechts ein Flugsaurierzahn, links ein Zahn eines urzeitlichen Wasserkrokodils

Außerdem gab es Flugsaurier mit einer Flügelspannweite von 6 Metern, die über den Baumwipfeln eines tropischen Urwaldes kreisten. Knötschke vermutet, dass es auch Raubsaurier gegeben hat. Er hofft, dass sich seine Vermutung bestätigt, und dass er versteinerte Knochen von bisher unentdeckten Dinosaurierarten findet.

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