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Unterwegs mit dem Heuschreckenzähler

01.10.2012, von , in Karte anzeigen

Der Heuschreckenzähler - Prof. Peter Detzel

Der Heuschreckenzähler – Prof. Peter Detzel

Mit Heuschrecken verbindet mancher Laie eher eine biblische Plage, dabei sind die Insekten als Teil der Nahrungskette äußerst wichtig für das Gleichgewicht der Tierwelt. Artenschutzexperten setzen sich deshalb für ihre Existenz auf Feldern und Wiesen in Deutschland ein. Rebecca Müller hat einen Forscher begleitet, der Heuschrecken zählt und Studien zum Erhalt ihres Lebensraums erstellt:

Viele der in Deutschland lebenden Arten sind bedroht

Viele der in Deutschland lebenden Arten sind bedroht

Treffpunkt ist eine idyllische Waldwiese im „Naturschutzgebiet Albtal“ am Rande des Nordschwarzwaldes. In grüner Safari-Montur empfängt mich Prof. Peter Detzel. Der Diplom-Biologe hat sich auf die heimische Heuschrecken-Population spezialisiert und ist Artenschutzbeauftragter des Landes Baden-Württemberg. In Deutschland leben insgesamt rund 80 Arten, vielen von ihnen sind durch menschliche Einflüsse wie Bauvorhaben und durch klimatische Veränderungen bedroht.

Rebecca Müller auf der Jagt nach Heuschreckentönen

Rebecca Müller auf der Jagt nach Heuschreckentönen

Um die flinken Insekten zu zählen, nutzt der Experte vor allem sein Gehör, da jede Heuschreckenart spezifische Töne erzeugt: Die einen reiben ihre Beine aneinander, die anderen schnalzen und wieder andere geben so hohe Töne von sich, dass man sie nur mit einem Frequenz-Modulator hören kann, wie ihn auch Fledermaus-Forscher einsetzen. Da es auch stumme Heuschrecken gibt, durchstreift Peter Detzel mit dem Insektenkescher die Wiesen.

Stumme Heuschrecken lassen sich mit dem Kescher fangen

Stumme Heuschrecken lassen sich mit dem Kescher fangen

Die Tiere, die er mit dem Kescher von den Grashalmen weg einfängt, unterteilt Detzel in Häufigkeitsklassen.  Daraus leitet er Anweisungen für Landwirte ab, die im Rahmen des Artenschutzprogramms beauftragt sind, die jeweilige Wiese zu pflegen. Je nachdem, wann etwa die Heuschrecken etwa ihre Eier in einer Wiese ablegen, darf eine Fläche nicht gemäht werden.

Mittlerweile arbeiten Landwirte und Naturschützer zusammen

Mittlerweile arbeiten Landwirte und Naturschützer zusammen

Peter Detzel betont, dass die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Naturschützern immer besser gelingt – vor zwei Jahrzehnten sei das annähernd undenkbar gewesen. Und obwohl er sich schon so lange mit den Tieren beschäftigt, ist der Biologe noch immer fasziniert von ihnen: „Die Vielfältigkeit in ihrer Gestalt, in ihrem Gesang und ihren Farben zeigt mir, wie klein ich als Mensch im Kosmos der Lebewesen bin. Das relativiert vieles im eigenen Leben.“

 

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