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Unterwegs mit Roboter Obelix

27.08.2012, von , in Karte anzeigen

Reporterin Christine Ricken (l.) spaziert mit Oberlix (m.) und Projektleiter Wolfram Burgard (r.) durch die Freiburger Fußgängerzone

Reporterin Christine Ricken (l.) spaziert mit Obelix (m.) und Projektleiter Wolfram Burgard (r.) durch die Freiburger Fußgängerzone

Hilfe im Haushalt, schnell man einen Brief einwerfen oder den Müll rausbringen. Wäre doch schön, wenn man dafür einen Roboter hätte! Klingt gut, ist aber bisher noch kein Alltag. Denn dafür müssen Roboter auch gewisse soziale Kompetenzen mitbringen – und sich zum Beispiel nicht einfach rücksichtslos den Weg durch die Menge bahnen. Wissenschaftler vom Projekt „EUROPA“ haben drei Jahre lang an so einem Roboter getüftelt – EUROPA  steht für – European Robotic Pedestrian Assistent. Und in Freiburg haben die Forscher ihren Roboter jetzt vorgestellt – bei einem Test-Spaziergang. Unsere Reporterin Christine Ricken war dabei:

Roboter Obelix: drei Jahre Arbeit stecken im ersten selbstständigen Fußgänger-Roboter

Roboter Obelix: drei Jahre Arbeit stecken im ersten selbstständigen Fußgänger-Roboter

„Man nennt mich Obelix und ich werde heute selbstständig zum Bertholdsbrunnen fahren – auf geht’s.“ So stellt Obelix sich vor dem Start an der Technischen Fakultät der Uni Freiburg vor. Und der Name passt: Der Roboter hat einen dicken Bauch, einen runden Sensor als Bauchnabel und ist auf Rädern unterwegs. Oben drauf: ein rechteckiger Kopf, zwei rote Ohren und freundliche Augen. Auch das Gewicht stimmt: knapp 100 Kilogramm wiegt Obelix, und bei seiner Größe von 1,65 m kann man ihm direkt in die Augen schauen.

Das Interesse an Obelix ist groß: ein Tross von 60 Leuten folgt ihm bei seinem Testspaziergang.

Das Interesse an Obelix ist groß: ein Tross von 60 Leuten folgt ihm bei seinem Testspaziergang.

Vier Kilometer muss der Roboter alleine zurücklegen. Vom Campus der Technischen Fakultät der Uni bis in die Freiburger Innenstadt. Immer begleitet von einem Teil seines Entwicklerteams: Bastian Steder, Michael Ruhnke und Rainer Kümmerle, allesamt Doktoranden, sowie Projektleiter Prof. Dr. Wolfram Burgard.

 

Auch Obelix muss wissen, wo er ist. Dafür gleicht er seinen Standort immer mit einer elektronischen Karte ab.

Auch Obelix muss wissen, wo er ist. Dafür gleicht er seinen Standort immer mit einer elektronischen Karte ab.

Sehen kann Obelix durch Laser-Sensoren. Sie decken einen 270-Grad-Winkel um ihn herum ab und reichen bis zu 50 Meter weit. Was er sieht, gleicht Obelix mit einer elektronischen Karte ab, die er sich bei mehreren Testfahrten erarbeitet hat. Wenn Hindernisse auftauchen, weicht er aus. Vor einer Fußgängerampel an einer vierspurigen Straße hält Obelix abrupt an.

Das Innenleben von Obelix - so wie er jetzt ausgestattet ist, würde er 125.000 Euro kosten

Das Innenleben von Obelix – so wie er jetzt ausgestattet ist, würde er 125.000 Euro kosten

Auf einem Touch-Screen an seinem Rücken erscheint ein rotes Stoppschild. Für gefährliche Stellen haben die Forscher ein Sicherheits-System eingebaut, erklärt Bastian Steder. Denn Obelix kann einfach noch nicht weit genug sehen, um schnelle Autos wie zum Beispiel einen Krankenwagen mit Blaulicht rechtzeitig zu sehen.

 

Mit Obelix Erfolgreich am Ziel: (v. l. n. r.) Die Entwickler Michael Ruhnke, Rainer Kümmerle, Bastian Steder und Projektleiter Prof. Dr. Wolfram Burgard.

Mit Obelix Erfolgreich am Ziel: (v. l. n. r.) Die Entwickler Michael Ruhnke, Rainer Kümmerle, Bastian Steder und Projektleiter Prof. Dr. Wolfram Burgard.

Nach gut anderthalb Stunden hat Obelix sein Ziel erreicht – den Bertoldsbrunnen mitten in der Stadt. Am Zielfähnchen gibt’s ein Foto-Finish mit allen Beteiligten. Projektleiter Wolfram Burgard und sein Team sind hochzufrieden. Das Projekt „Obelix“ wurde von der EU mit 2,9 Millionen Euro gefördert. Insgesamt haben in den vergangenen drei Jahren mehr als 20 Forscher an Obelix getüftelt – aus Deutschland, England, Belgien und der Schweiz. Das Ergebnis: Der erste selbstständige Roboter, der sich im Chaos einer Fußgängerzone zurechtfindet.

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