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Fahren wie von Geisterhand – Das autonome Auto

07.08.2012, von , in Karte anzeigen

Der VW Passat sieht aus wie ein gewöhnliches Auto

Das selbstfahrende Auto sieht aus wie ein gewöhnliches Auto

Es ist ein etwas mulmiges Gefühl in einem Fahrzeug zu sitzen, das wie von Geisterhand eigenständig fährt, lenkt und bremst. Prof. Raul Rojas von der Freien Universität Berlin hat mit seinen Studenten des Fachbereichs Mathematik und Informatik ein Roboterauto entwickelt, das unsere Mobilität über kurz oder lang revolutionieren wird. Die Reporterin Kristina Hortenbach war bei der Erprobungsfahrt in Berlin dabei.

Vom Dach aus wird die Umgebung gescannt

Vom Dach aus wird die Umgebung gescannt

„Made in Germany“, so heißt das Autonome Auto, das Prof.  Rojas mit seinen Studenten entwickelt hat. Es sieht aus wie ein normales Auto: VW Passat, silbern, hinten steht drauf: Erprobungsfahrt, Achtung! Auf dem Dach allerdings ist eine Art Gepäckträger, darauf dreht sich ein kleiner, silberner Eimer. „Das ist ein Laserscanner“, erklärt Raul Rojas, der sendet 64 Strahlen in 360 Grad, so werden die Abstände gemessen.

Unterwegs in Berlin

Unterwegs in Berlin

Das ergibt eine dreidimensionale Rekonstruktion von der Umgebung; so wissen wir, wo die Autos, Passanten und Häuser sind, so dass das Auto mittig auf der Straße fahren kann. Auf dem Fahrer- und Beifahrersitz zwei Sicherheitsfahrer, einer hat einen Laptop auf dem Schoß, darauf sieht man Straße und Auto.

 

Der Wagen lenkt sich wie von Geisterhand

Der Wagen lenkt sich wie von Geisterhand

Der Sicherheitsfahrer lässt den Motor an und übergibt die Kontrolle ans Auto und es fährt tatsächlich von alleine, keine Hände auf dem Lenkrad. Das Fahrzeug sagt an, dass die Ampel rot ist – über Ampelkameras, dann stoppt es auch. Oder es überholt – von ganz alleine. Und es hält die Spur, meistens jedenfalls.
Die Fahrt quer durch Berlin endet am Brandenburger Tor nach einer halben Stunde. Das Auto blinkt, bremst und hält an. Was für ein Gefühl für den Sicherheitsfahrer? „Ein komisches, weil man nicht interagieren möchte, aber man gewöhnt sich schnell daran“.

Prof. Paul Roja zeigt den mit Technik vollgepackten Kofferraum

Prof. Paul Rojas zeigt den mit Technik vollgepackten Kofferraum

Und er zeigt, dass die Technik im Kofferraum zusammenläuft. Die Sensordaten laufen zusammen über Kabel in einen zentralen Rechner, dort wird die Fahrplanung generiert und elektronisch an die „drive by wire-Aktorik“ des Fahrzeugs weitergegeben, damit es fahren und bremsen kann.
Hard- und Software sind vom TÜV abgenommen. 400.000 Euro kostet so ein Auto, für Stadtfahrten wird es in 30, 40 Jahren zu kaufen sein, nächstes Jahr schon fürs Privatgelände. Der Preis, meint der Professor, wird sich in den nächsten Jahren halbieren.

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