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Die Holzdetektive: Dem illegalen Holzhandel auf der Spur

27.07.2012, von , in Karte anzeigen

Eine neue Holzlieferung

Eine neue Holzlieferung

Wilderei gibt es nicht nur bei Tieren: Auch Bäume werden illegal gefällt und  der Handel mit bei uns geschützten Holzarten boomt. Besonders  betroffen sind seltene Hölzer aus Tropenwäldern. Die Hölzer werden falsch deklariert und können von den wenigsten Menschen sicher auseinander gehalten werden. Genauso schwer  sind billige Hölzer von teuren zu unterscheiden –Holzbetrüger wissen das für sich zu nutzen. Die Wissenschaftler im Johann Heinrich von Thünen – Institut für Holztechnologie und Holzbiologie in Hamburg wollen solchen Fällen auf die Schliche kommen. Mayke Walhorn war bei der Arbeit der Holzdetektive dabei:

Gerald Koch sieht sich Vergleichsproben an

Gerald Koch sieht sich Vergleichsproben an

Im Institut befindet sich die sogenannte Xylothek – eine der größten Holzsammlungen der Welt:  Die eingeschickten Proben können hier mit 30.000 Mustern und 50.000 mikroskopischen Präparaten verglichen werden.  Neben dem direkten Vergleich gibt es aber auch andere Methoden, um Betrugsfällen auf die Spur zu kommen.

Etwa 400 Gutachten erstellt der Holzwirt Gerald Koch im Jahr. Er ist einer der wenigen Experten für Holzartenbestimmung in Europa. Auftraggeber sind Holzhändler, die beim Import von Hölzern aus dem Ausland sicher gehen möchten, Betriebe, die mit Waren aus Holz handeln, Privatpersonen und der Zoll. Sie schicken den Holzdetektiven in Hamburg Proben, die im Institut analysiert und bestimmt werden. Täglich kommen dabei Betrugsfälle ans Licht.

Eine Holzlieferung wird genauer unter die Lupe genommen

Eine Holzlieferung wird genauer unter die Lupe genommen

Um das Holz genau bestimmen zu können legen die Wissenschaftler zunächst einmal ein Stück der Holzstruktur frei. Dazu schneiden sie einfach ein wenig vom Holz ab und sehen sich Zellen und Maserung unter der Lupe an. Bei vielen Hölzern können die Holzdetektive schon auf den ersten Blick erkennen, ob das Holz falsch deklariert wurde. Bei anderen nehmen sie einfach die Nase zur Hilfe. Die meisten Hölzer haben einen charakteristischen Geruch, der sich mit entsprechender Erfahrung erkennen lässt.

Mikroskopische Untersuchung

Mikroskopische Untersuchung

Um ganz sicher zu gehen, wird die Holzprobe anschließend noch einmal mikroskopisch untersucht. Dafür wird ein hauchdünner Schnitt angefertigt, auf dem sich die Zellstruktur in der Vergrößerung besonders gut erkennen lässt. Stimmt sie mit den Merkmalen aus der entsprechenden Familie und Gattung des deklarierten Holzes überein, handelt es sich um keinen Betrug. Ist das Holz aber ein anderes als angegeben – und dann sogar noch durch das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen geschützt, zieht der Betrug möglicherweise ein strafrechtliches Verfahren nach sich….

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