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Optimal Laufen: Die Sportschuhtester

24.07.2012, von , in Karte anzeigen

Nicht nur die Schuhe, vor allem die Kabel müssen sitzen bei Sportschuhtestern

Nicht nur die Schuhe, vor allem die Kabel müssen sitzen bei Sportschuhtestern

Laufen verursacht müde Beine und manchmal auch schmerzende Füße. Wer richtig viel läuft, wie Leistungssportler oder Marathonläufer, riskiert aber auch ernsthafte gesundheitliche Probleme: Arthrose, Knie- oder Hüftschmerzen. Um dies zu vermeiden wird im Biomechanik-Labor an der Universität Duisburg-Essen der möglichst optimale Laufschuh gesucht. Das Labor gilt bundesweit als federführend in der Sportschuhforschung. Wenn die Olympioniken jetzt in London wieder loslaufen, dann sind auch Laufschuhe am Start, an denen die Bochumer Forscher mitgearbeitet haben.

Die Teststrecke: Kurz aber oho

Proband Jürgen Fink auf der Teststrecke

Proband Jürgen Fink auf der Teststrecke

Die Teststrecke im Biomechanik-Labor ist nur 12 Meter lang. Was aussieht wie eine einfache Laufmatte ist mit ausgeklügelter Technik ausgestattet: Im Boden ist eine Kraftmessplatte eingelassen. Sie misst die Kräfte zwischen Fuß und Boden beim Laufen. An den Seiten sind Lichtschranken um die Geschwindigkeit zu messen. Gar nicht so leicht: Jeder Proband muss die Strecke mit exakt 11 Stundenkilometern laufen, damit die Ergebnisse vergleichbar sind.

Die Probanden: Verkabelt wie ein Roboter

Biomechaniker Prof. Ewald Hennig zeigt Durchblicker-Reporterin Stephanie Grimme die Unterschiede von Laufschuhen

Biomechaniker Prof. Ewald Hennig zeigt Durchblicker-Reporterin Stephanie Grimme die Unterschiede von Laufschuhen

Nacheinander laufen 15 Probanden insgesamt 40 Mal die Teststrecke in der richtigen Geschwindigkeit. In diesem Fall werden 8 Laufschuhe miteinander verglichen. Am Schienbein und an der Ferse der Probanden sind Sensoren angebracht. Damit werden die so genannte Überpronation und die Stoßdämpfung gemessen. Mit  Überpronation ist das Einknicken des inneren Fußes gemeint. Dadurch verdreht sich der Unterschenkel, was zu einer ungleichen Belastung der Muskeln und dadurch zu Knieschmerzen oder Hüftproblemen führen kann. Eine gute  Stoßdämpfung ist wichtig, weil dauernde  Stöße insbesondere bei Viel- oder Langstrecken-Läufern zu Arthrosen führen können. Ziel ist es Sportschuhe zu finden oder zu entwickeln, die möglichst gut helfen Erkrankungen vorzubeugen.

Technik allein macht keinen guten Schuh

Neben den technischen Eigenschaften werden ein allgemeiner Passform- und ein Referenztest durchgeführt: Die Probanden müssen die Bequemlichkeit beurteilen und checken, ob der Schuh an Ferse und im Vorderfußbereich richtig sitzt. Nur Farbe und Design interessiert hier niemanden.

Die Biomechaniker an der Universität Duisburg-Essen vergleichen Schuhe von verschiedenen Herstellern, entwickeln aber auch selbst neue Lauf-, Fußball- oder Funktionsschuhe, die in ähnlichen Testverfahren geprüft werden.

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