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Das Radlabor

16.07.2012, von , in Karte anzeigen

Im Wettkampf ist die Sitzposition absolut entscheidend

Im Wettkampf ist die Sitzposition absolut entscheidend

Die richtige Sitzposition auf dem Fahrrad ist wichtig. Für den Profisportler bei der Tour de France geht es um optimale Kraftübertragung und aerodynamische Sitzhaltung, für den Alltagsradler geht es um komfortable und knieschonende Einstellung. Im Radlabor München werden Ergebnisse aus der sportwissenschaftlichen Forschung und der Biomechanik auf Alltagsradler übertragen. “Bike Fitting” heißt das Schlagwort: Das Fahrrad soll passen, wie ein maßgeschneiderter Anzug. Roland Söker hat das Radlabor besucht.

Die optimale Sitzposition muss für jeden Fahrer individuell ermittelt werden

Die optimale Sitzposition muss für jeden Fahrer individuell ermittelt werden

Der Leiter des Radlabors Andreas Bruch hat viele Jahre die “optimalen Sitzposition” für Radfahrer erforscht. Doch die eine optimale Sitzposition für alle gibt es nicht, denn der leistungsstarke Triathlet sitzt anders als der Stadtradler. Immer ist die Sitzposition auf dem Fahrrad ein Kompromiss zwischen Kraftübertragung, Aerodynamik und Komfort.

 

Andreas Bruch vermisst Reporter Roland Söker am Bike Scanner

Andreas Bruch vermisst Reporter Roland Söker am Bike Scanner

Im ersten Schritt wird der Körper “gescannt”. Mit einem Laser fährt Andreas Bruch die wichtigsten Punkte des Probanten ab: Innenbeinlänge, Arme und Rumpf werden vermessen und in ein Computerprogramm eingetragen. Dann kann man zwischen verschiedenen Radfahrtypen wählen, von komfortabel bis sportlich. Entsprechend dieser Einstellungen errechnet das Programm die optimalen Werte für Sattel, Pedale und Lenker.

Andreas Bruch misst den Kniegelenkwinkel unseres Reporters auf dem Ergometer

Andreas Bruch misst den Kniegelenkwinkel unseres Reporters auf dem Ergometer

Im zweiten Schritt werden diese Werte auf ein Ergometer übertragen, eine Art Hometrainer, auf dem Andreas Bruch alles einstellen kann: Sitzhöhe, Lenkerhöhe und Abstand zwischen Lenker und Sattel. Jetzt kann der Proband auf dem Ergometer testweise radeln. Währenddessen macht Andreas Bruch eine dynamische Analyse der Sitzposition. Er beobachtet die Bewegungen und misst Kniewinkel. Aus seinen Forschungsprojekten weiß er zum Beispiel, welche Winkel die geringste Belastung für die Gelenke bewirken. Nach und nach können so die vom Computer ermittelten Werte entsprechend der individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Auch Stadtradler nutzen das "Bike Fitting" für mehr Komfort

Auch Stadtradler nutzen das „Bike Fitting“ für mehr Komfort

Das Radlabor können Sportler besuchen, wenn sie ihre Sitzposition optimal einstellen wollen. Das „Bike Fitting“ richtet sich aber auch an Alltags- und Freizeitradler, die sich ein neues Fahrrad kaufen wollen oder die Rücken – oder Knieprobleme haben und ihre Sitzposition darauf einstellen wollen.

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