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Von Lampoldshausen ins All – Ariane-Raketentriebwerk im Härtetest

09.07.2012, von , in Karte anzeigen

Reporterin Katharina Thoms im Gespräch mit Ralf Hupertz vom DLR-Institut für Raumfahrtantriebe

Reporterin Katharina Thoms im Gespräch mit Ralf Hupertz vom DLR-Institut für Raumfahrtantriebe

Die Ariane 5-Rakete fliegt seit sieben Jahren ohne Fehler in den Weltraum und zurück. Dass die Ariane-Flüge der ESA so reibungslos ablaufen, ist vielen Menschen zu verdanken. Unter anderem dem Team vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) in Lampoldshausen bei Heilbronn. Dort wird das Vulcain-2-Raketentriebwerk der Ariane regelmäßig auf Herz- und Nieren geprüft. Reporterin Katharina Thoms war bei so einem Testtag mit dabei.

Prüfstation P5 kurz vor dem Triebwerkstest

Auf dem DLR-Gelände, versteckt in einem Wald, ist das riesige Triebwerk im Prüfstand P5 untergebracht. P5 ist so groß wie ein Hochhaus, Vulcain 2 erstreckt sich über mehrere Stockwerke. In der Vorbereitungsphase am Vormittag wird Vulcain 2 in eine Schutzhülle eingepackt und dann später herunter gekühlt. Dieses Mal sollen die Düsen getestet werden, sagt DLR-Versuchsleiter, Ralf Hupertz.

Wasserstofftank

Das Triebwerk läuft mit flüssigem Sauerstoff und Wasserstoff. Damit die auch fließen, müssen die Leitungen stundenlang auf rund minus 270 Grad Celsius herunter gekühlt werden. Später, beim simulierten Start, heizt sich die Brennkammer auf bis zu 3.000 Grad Celsius auf. Das Triebwerk muss also enorme Temperaturunterschiede aushalten können.

DLR-Team beim Triebwerkstest

DLR-Team beim Triebwerkstest

Die 15 DLR-Experten, die den Test durchführen und beobachten, sitzen in einer Art Bunker – ein paar hundert Meter vom Prüfstand entfernt. Bildschirme, leuchtende Apparaturen und unzählige Computer blinken in dem unterirdischen Kontrollzentrum. Als es am späten Nachmittag Richtung Test-„Start“ geht, wird die Stimmung hochkonzentriert.

Rund 800.000 Liter Treibstoff werden bei einem Testlauf verbrannt

Nach dem Countdown herrscht angespannte Ruhe. Ein enormer Feuerschwall schießt aus dem Triebwerk. Wasser- und Sauerstoff verdampfen in riesigen Schwaden am Himmel über dem Wald. Düsen, Leitungen und die Brennkammer – alles wird beim Test von den DLR-Leuten überwacht und aufgezeichnet. Nach fast 11 Minuten und rund 800.000 Litern verbranntem Treibstoff sind DLR-Experte Ralf Hupertz und seine Kollegen zufrieden: Vulcain 2 ist bereit für den Weltraum.

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