. .

Ein Projekt von: BR | NDR | SWR | WDR

Mit dem Metalldetektor auf dem antiken Schlachtfeld

02.07.2012, von , in Karte anzeigen

Die Suche nach Überresten am Harzhorn

Reporter Jens Wellhöner bei der Suche nach Überresten am Harzhorn

Es war eine blutige Schlacht: Im Jahr 235 nach Christus zog der römische Imperator Maximinus Thrax mit seinen Legionen tief nach Norddeutschland hinein, um die Germanen für Überfälle auf die römische Grenze zu bestrafen. Auf seinem Rückweg von der Elbe stieß er nördlich des heutigen Göttingen auf ein Hindernis: Germanen hatten eine Passhöhe gesperrt, die Römer konnten nicht weiter. Es kam zum Kampf. Heute finden Archäologen die Reste der dramatischen Ereignisse. Mit Metalldetektoren durchkämmen sie den Wald nach Hinterlassenschaften der römischen Armee. Jens Wellhöner hat sie begleitet:

Die Archäologen durchkämmen den Wald mit Metalldetektoren

Die Archäologen durchkämmen den Wald mit Metalldetektoren

Ein Metalldetektor sieht so aus wie ein Kunststoff-Stock mit einer runden Scheibe am Ende. Mit ihnen können Archäologen Metallobjekte im Boden finden, die bis zu einem halben Meter tief liegen. Metallteile, die die Römer beim Kampf um die Passhöhe des Harzhorns bei Göttingen verloren: Teile des Helms und vom Kettenpanzer, oder auch Nägel, mit denen die Legionärs-Sandalen an den Sohlen befestigt wurden. Dazu schleuderten die Römer Wurfspieße auf ihre Gegner, deren eiserne Spitzen noch heute im Boden stecken.

Lokalisieren eines Fundes

Lokalisieren eines Fundes

Die Archäologen entdecken dank ihrer Detektoren seit der ersten Untersuchung des Schlachtfelds im Jahr 2008 immer mehr dieser Funde im Waldboden, ohne dass es einer langwierigen Ausgrabung bedarf.

 

 

Gürtelzunge mit Tierkopfdarstellung

Funde wie diese Gürtelzunge mit Tierkopfdarstellung belegen die Schlacht

Mit ihren Funden wollen sie den Verlauf der Schlacht vor rund 1800 Jahren rekonstruieren. Ein kleiner Sandalennagel beispielsweise kann ihnen wichtige Belege dafür geben, dass es die Römer tatsächlich schafften, sich den Weg auf die Passhöhe freizukämpfen.

 

Neuzeit vs Antike

Mit Hilfe moderner Technik in die Antike

Nach den bisherigen Untersuchungsergebnissen der Archäologen konnte Kaiser Maximinus Thrax also weiterziehen. Er gab sich daraufhin den Titel „Germanicus Maximus“  – der „größte Germanensieger“.

Share

Schreibe einen Kommentar

*

Kartendarstellung

Karte
 

Der SWR ist Mitglied der ARD.

Impressum | SWR ©2019