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Unterwegs mit dem Römerschiff „Lusoria Rhenana“

11.06.2012, von , in Karte anzeigen

Reporterin Helga Schreieck (l.) an Bord des Römerschiffes "Lusoria Rhenana"

Reporterin Helga Schreieck (l.) an Bord des Römerschiffes "Lusoria Rhenana"

Dass sich die alten Römer in der Pfalz ziemlich wohl gefühlt haben, ist ja kein Geheimnis – der Pfälzer Wein spricht doch da eine eindeutige Sprache. Um Genaueres über das Leben und Arbeiten der Römer herauszufinden, wird dort auch immer wieder geforscht. In Germersheim in der Südpfalz haben Wissenschaftler der Universität Trier in Zusammenarbeit mit dem dortigen Verein zur Förderung von Kunst und Kultur bereits vor zwei Jahren ein antikes Römerschiff konstruiert und nachgebaut. Dieses Holzschiff ist komplett fahrtauglich und immer wieder auf dem Rhein unterwegs – zum Beispiel, um zu testen, wie schnell die römischen Soldaten mit diesem Gefährt auf dem Wasser unterwegs sein konnten. Unsere Reporterin Helga Schreieck war bei einer solchen Testfahrt dabei:

Die wendigen Römerschiffe waren mit einem Segel und Rudern ausgestattet

Die wendigen Römerschiffe waren mit einem Segel und Rudern ausgestattet

Für die römischen Soldaten war der Rhein zum einen ein wichtiger Transportweg, aber auch eine natürliche Grenze, die es zu schützen galt. Im 4.und 5. Jahrhundert patrouillierten sie mit langen, schmalen Kriegsschiffen aus Holz auf dem Fluss. Diese Schiffe vom Typ „Navis lusoria“ (tänzerisches Schiff) waren besonders wendig.

Und das musste auch so sein, denn der Rhein sah vor vielen hundert Jahren doch erheblich anders aus als heute: Viele Schleifen, Mäander und verzweigte Seitenarme erschwerten das Navigieren. Im Museum für antike Schifffahrt in Mainz ist ein solches Schiff ausgestellt.

Rudern für die Wissenschaft

Rudern für die Wissenschaft

Wissenschaftler der Universität Trier haben im Jahr 2010 in Zusammenarbeit mit dem Germersheimer Verein zur Förderung von Kunst und Kultur damit begonnen, ein antikes römisches Militärschiff nachzubauen, das auch schwimmfähig ist.  Das Germersheimer Römerschiff ist 18 Meter lang, gerade mal 2,80 Meter breit und hat einen etwa 9 Meter hohen Mast. Die 6 Tonnen Gewicht können von maximal 24 Ruderern in Bewegung gesetzt werden. 2011 wurde es auf den Namen „Lusoria Rhenana“ getauft.

Der Steuermann hat alles im Griff

Der Steuermann hat alles im Griff

Immer wieder machen Archäologen, Historiker und Physiker Testfahrten mit dem Holzschiff, um herauszufinden, wie schnell die Römer damals auf dem Rhein voran kamen – an den Rudern, mit reiner Muskelkraft und mit einem Segel. Zwei Stunden lang war Reporterin Helga Schreieck mit Studenten der Universität Trier und deren Projektleiter Prof. Christoph Schäfer  auf der Lusoria Rhenana unterwegs: Rudern, Wenden, Segel setzen – all das wurde unter verschiedenen Windbedingungen ausprobiert.

 

Wieder an Land

Wieder an Land

Die Geschwindigkeiten wurden mit speziellen Computerprogrammen gemessen. Fast immer kam man mit reiner Muskelkraft schneller voran, als mit gesetztem Segel – doch irgendwann lassen auch die Kräfte einer noch so gut trainierten Rudermannschaft nach und dann ist ein Segel nicht die schlechteste Alternative.

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