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Ameisenvolkszählung im Harz

04.06.2012, von , in Karte anzeigen

Auf dem Hügel der Kahlrückigen Waldameise

In Norddeutschlands höchstem Mittelgebirge, dem Harz, fühlen sich Waldameisen scheinbar besonders wohl: An sonnigen Berghängen steht ein Ameisenhaufen neben dem anderen. Einige sind bis zu 3 Meter hoch und beherbergen mehr als eine Million der kleinen Insekten. Sie sind sehr nützlich, weil sie Schädlinge fressen. Aber wie viele Ameisenhügel und damit auch Ameisenvölker gibt es im Harz? Welche Arten leben in dem Mittelgebirge? Das will der Biologe Andreas Marten vom Nationalpark Harz herausfinden. Er zählt die Hügel und nimmt die in ihnen lebenden Waldameisen genau unter die Lupe. Es ist eine der größten Ameisenvolkszählungen in Deutschland. Reporterin Carmen Woisczyk hat den Wissenschaftler bei der Suche nach den noch unbekannten Völkern begleitet.

Andreas Marten bestimmt die Position des Hügels per GPS

Der Ameisenforscher durchstreift auf seiner Suche ein Gebiet von rund 250 Quadratkilometern. Wenn er ein neues Volk entdeckt hat, bestimmt er die Position mit einem GPS-Gerät und trägt die Daten in eine Karte ein. Außerdem misst er die Größe des Hügels und notiert Merkmale wie das Baumvorkommen und den Belebungsgrad. Denn es ist sehr wichtig, die Waldentwicklung vom forstwirtschaftlich geprägten Fichtenforst hin zu den Laubmischwäldern des Nationalparks anhand der Flora und Fauna zu verfolgen.

Reporterin Carmen Woisczyk und Biologe Andreas Marten vermessen den Ameisenhügel

Die verschiedenen Arten der hügelbauenden Waldameisen werden vom Wissenschaftler in die Karte eingetragen. Im Harz leben 4 Arten, wobei die Kahlrückige Waldameise am häufigsten vorkommt. Marten unterscheidet sie, indem er ihre Haare auf dem Rücken zählt. Die Kahlrückige Ameise hat so gut wie keine Haare auf dem Rücken.
Waldameisen kommen heute vorwiegend in Fichtenforsten vor. Die Frage ist, ob sie sich in Zukunft an die veränderten Verhältnisse in einem Laubwald anpassen oder ob die Zahl der Hügel und Völker abnimmt.

Ein paar der Ameisen nimmt der Forscher mit ins Labor

Insgesamt hat der Forscher bisher 197 Völker gezählt. Er schätzt, dass es rund 300 Ameisenhügel im Harz gibt. Wenn alle Standorte in einer Karte eintragen sind, können Förster und Waldarbeiter sie nutzen. Denn wenn man weiß, wo die Nester sind, kann man die Ameisen besser schützen.

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