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AKW-Rückbau in Obrigheim

07.05.2012, von , in Karte anzeigen

Der AKW-Obrigheim ist seit 7 Jahren abgeschaltet

Der Atomausstieg ist beschlossene Sache. Nach der verheerenden Katastrophe im japanischen Fukushima gingen hierzulande die 8 ältesten Meiler vom Netz. Diese Atomkraftwerke müssen nun – genauso wie langfristig alle anderen – sukzessive rückgebaut werden. Reporterin Stephanie Ley war für uns auf einer solchen Baustelle unterwegs .

Im Reaktorgebäude hat die 2. Rückbaustufe begonnen

Wie funktioniert  eigentlich der Rückbau eines Atomkraftwerkes? Vor allem – wie reinigen Spezialisten radioaktiv verstrahltes Material, ohne selbst gesundheitlich Schaden zu nehmen? Aufschlussreich ist da der Blick nach Obrigheim. Hier hat das Landes-Umweltministerium vor kurzem grünes Licht für die sogenannte 2. Rückbaustufe gegeben. D.h., bei dem vor 7 Jahren abgeschalteten Atommeiler gehen Spezialisten jetzt an den wirklich heiklen Kern der Sache. Sie sind mit der Reinigung des schwach- und mittelradioaktiv belasteten Materials beschäftigt.

Bei dem vor 7 Jahren abgeschalteten Atommeiler in Obrigheim steht im Moment die Sicherheit der Arbeiter und Strahlenschutzspezialisten an erster Stelle. Auch unsere Reporterin Stephanie Ley, die sich den Meiler von innen ansehen durfte, wurde zuerst einmal mit einem Dosimeter ausgestattet, das eine eventuelle radioaktive Belastung anzeigt, und natürlich mit einer Schutzkleidung.

Baustellengeräte sind beim Abbau im Einsatz.

Dann ging es durch eine Schleuse, die permanent Luft von außen in den Meiler einzieht, damit keine radioaktiven Stäube von außen nach innen gelangen können. Im Reaktorgebäude sieht es dann aus wie auf einer Baustelle: Kipplader sammeln Material auf, Gabelstapler sind im Einsatz, kleine Kräne –  die Geräte dienen dazu, wichtige Elemente des Kraftwerks zu demontieren, um sie dann schließlich zu dekontaminieren und zu entsorgen. Bei hochradioaktiven Bauteilen müssen Roboter zum Einsatz kommen, weil das für Menschen zu gefährlich wäre.

Ein Dampferzeuger wartet auf seine Entsorgung.

In der Dekontaminationswerkstatt, die sich außerhalb des Meilers befindet und die eigentlich wie eine fensterlose Garage aussieht, arbeiten Strahlenschutzexperten. Hier werden die abgebauten Teile aus dem Meiler gereinigt, vorwiegend solche, die an der Oberfläche radioaktiv belastet sind. Sie werden mit einer Ultraschall- oder Sandstrahlreinigung
behandelt, um auch sie letztlich entsorgen zu können.

 

 

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