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Greifvogel in Not: Bundesweite Rotmilan-Zählung

03.04.2012, von , in Karte anzeigen

Rotmilan (Foto: dpa)

Der Rotmilan ist einer der größten in Deutschland lebenden Greifvögel

Der Rotmilan gehört zu den größten Greifvögeln Deutschlands. Sein gegabelter Schwanz macht ihn unverwechselbar. Mehr als die Hälfte aller Rotmilane der Welt „wohnen“, also brüten, in Deutschland. Allerdings werden es immer weniger. Um 30 Prozent ist der Bestand in den letzten Jahren gesunken, so die Schätzungen. Wie viele Rotmilane es in Deutschland im Moment tatsächlich noch gibt und wo sie brüten, wird gerade unter Federführung des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz in einer bundesweiten Zählaktion festgestellt. Reporterin Stephanie Grimme hat eine solche Rotmilan-Zählaktion begleitet.

Ralf Steiner (Foto: WDR)

Ralf Steiner vom NABU Nordrhein-Westfalen zeigt die Kartierungsflächen

Die Suche nach den Rotmilan-Revieren ist recht aufwendig: Die Greifvogel-Experten markieren auf topographischen Landkarten Aussichtspunkte mit weiter Fernsicht. Diese Punkte werden im Frühjahr mehrfach angefahren. Um sicher zu sein, dass dort Rotmilane nisten, warten die Vogelbeobachter mindestens eine halbe Stunde:

Erst wenn sie an drei verschiedenen Tagen die Rotmilane innerhalb dieser halben Stunde beobachten, können sie sicher sein, dass dort ein Paar nistet. Im günstigsten Fall wird sogar der Horst entdeckt, in dem ab April die Rotmilanin brütet.

 

Feinde vom Rotmilan: Maisfelder und Windräder

Stephanie Grimme mit Feldstecher und Mikro ( Foto: WDR)

Reporterin Stephanie Grimme mit Feldstecher und Mikro

Ein Grund für den Bestands-Rückgang sind Windräder: Rotmilane kreisen bei der Beutesuche in Höhe der Rotoren und werden besonders häufig von ihnen erfasst und im wahrsten Sinne des Wortes geschreddert. Auch schnell und hoch wachsende Feldfrüchte, wie Mais, sind ein Problem für Rotmilane: Hier finden sie keine Beute mehr. Die Zahl der Maisfelder nimmt aber in den letzten Jahren, für die Viehmast und im Zuge der Biomassenutzung in starkem Maße zu.

 

Weitere Informationen:

Dachverband Deutscher Avifaunisten

NABU: Bundesweite Rotmilan Revierkartierung

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Kommentare zu „Greifvogel in Not: Bundesweite Rotmilan-Zählung“

Es sind 2 Kommentare vorhanden. Ich möchte einen Kommentar verfassen.

  1. Wolfgang Martin Wettlaufer
    schreibt am 4. April 2012 18:08 :

    Artensterben unter „nachhaltigem“ Wirtschaften?!
    Sehr alarmierend, und auch für mich neu: wie bedacht wir gerade hierzulande unter der Flagge von „Nachhaltigkeit“ planen müssen – während die Milanpopulationen besonders auf den deutschen Raum beschränkt sind. Schon um 30% dezimiert haben wir sie, immer häufiger über Windräder und Maisanbau? Das blinde Vertrauen in die Nutzung von angeblichem „Biosprit“ (welcher eigentlich, neutral, Agrar-Diesel bzw. -Methan heißen müßte und höchst ineffektiv gewonnen wird) war also auch angesichts des so wichtigen Erhalts von Artenvielfalt eine Augenwischerei! Zugleich erweist sich die Energiegewinnung vermittels Wind in großen Einheiten erneut als Artenkiller. Wenig in Planungen mit eingegangen war zuvor schon die Schädigung des Gehörs von Meeressäugern bei großen Offshore-Anlagen: über die Vibrationen der tief gegründeten Fundamente.
    Für ein „nachhaltiges“ Wirtschaften, das seinen Namen zu Recht trägt, sind somit eigentlich ganz neue Kriterien anzusetzen. Technologien und Materialien fallen im Rahmen einer „Energiewende“ ja keinesfalls vom Himmel! Wem steht auch vor Augen, welche Mengen allein von Kupfer (mit hohem Energieeinsatz elektrolytisch gewonnen) in Gondeln großer Windturbinen residieren: um die acht Tonnen! Die Schwerindustrie mag sich die Hände reiben ob der benötigten Materialien für die geheiligte, jedoch in ihren Folgen unhinterfragte „Wende“, auch was die Wahnsinns-Stromtrassen angeht (von mir zudem oft als Entwürdigung von Landschaft empfunden ..).
    Gerade heute gab es in der Süddt. Ztg. dazu mal drei kritische Artikel – „Der Bauer pflanzt auch hier keine Orangenbäume“ (EU-Kommissar G. Oettinger über Solarprojekte); „Sonnenprojekt mit Schattenseiten“ (über griechische Mammutprojekte in Photovoltaik) und „Wir haben die leistungsfähigste Wirtschaft der Welt“ – da sieht Finanzmensch Bert Rürup blendende Aussichten für ein „robustes“, ungestümes Wirtschaftswachstum herkömmlicher Prägung (wann nur könnte das je zu einem „qualitativem“ Wachstum umschwenken??), und das natürlich ohne jedes Verständnis für Gegner großflächiger Windrad- und Stromtrasseninfrastruktur. Doch hat Rürup den Artikel in der *gestrigen* Süddt. Ztg. zum gefährlich werdenden Ressourcenmangel zur Kenntnis genommen, in welchem Ulrich Grillo, Vize im VDI, allen Ernstes von einem „zweiten Kalten Krieg“ (!) gesprochen hat („Der Krieg um Metalle“, von Max Hägler)?
    Solche drastischen Warnzeichen sollte zur Kenntnis nehmen, wem auch nur ein bißchen am Erhalt des Weltfriedens – mithin auch der biol. Artenvielfalt – gelegen ist! Es zeigt, welch verheerende Folgen ein unhinterfragtes „Weiter so!“ bei Ressourcenraub, Produktion, Konsum und Abfallbewältigung (Stichwort mariner Müllteppich westlich Hawaii) zeitigen wird. Fatalerweise mit uns hier noch als Impulsgeber für „Tigerstaaten“, welche unsere Fehler im Quadrat nachmachen, ökologisch wie sozial. Im Hinblick auf unsere Art zu wirtschaften und zu konsumieren müssen neue Maßstäbe her; die EINSPARUNG von Ressourcen und Energie zuvörderst!
    Welche politische Kraft setzt nun das um, was insgesamt unseren Lebensstil „westlicher“ Prägung elementar infrage stellt? Während die „Grünen“ zu einer „Wohlfühlpartei“ geworden sind (DER SPIEGEL 26/10 u.a.), die „Piraten“ konsumistisch wohl saftig in ihre Fußstapfen treten werden, sehe ich allein die „alt-grüne“, vom ‚Zeitgeist‘ arg bedrängte Gilde der „Ökodemokraten“ (in der ÖDP) als Garant einer wirklich „nachhaltigen“ Art zu wirtschaften und zu leben. Wie die „Linke“ für die SPD, sollte die ÖDP als ein wichtiges politisches KORREKTIV für die „Grünen“ bewertet werden! Damit dereinst noch unsere Enkel dem herrlichen Flug von Rotmilanen zuschauen können und – hiermit erstaunlicherweise über die Manier unseres Konsumierens verknüpft (s.o.) – der Weltfrieden global gesichert bleiben kann.
    Wolfgang M. Wettlaufer, Dipl.-Biologe, ÖDP Tübingen

  2. Hans-Jürgen Ecker
    schreibt am 9. Juni 2012 21:46 :

    Hans-Jürgen Ecker
    schreibt am
    7. Juni 2012 22:00 :
    Dein Kommentar wartet auf Freischaltung.

    Möchte Ihnen mitteilen,daß ich vorige Woche einen Rotmilan gesehen habe.Ich konnte in mit Hilfe
    Ihrer Bilder erkennen Dank des Gabelschwanzes und der weißen bänder an der Unterseite wußte ich sofort um was für einen Greif es sich handelt.
    Den Rotmilan habe ich zwischen Neustadt an der Weinstrasse und Bad Dürkheim neben der
    B271 gesehen.
    Ich habe noch eine Frage zu Turmfalken.
    Bei uns im Wohnblock hat ein Turmfalkenpaar zu 2ten mal 6Junge bekommen.Da die Behausung ziemlich eng war purzelten nacheinander die Jungen aus dem (Nest)Die ersten beiden
    überlebten den Absturz nicht.Die nächsten 3 haben wir mit Handschuhen hochgesetzt wo sie auch von den Alten weiter gefüttert wurden.Der 4,te war zu schwach und wir ließen Ihn von der Aufzuchtstation in Hassloch abholen.
    Ich hoffe,daß wir richtig gehandelt haben .Mittlerweile Fliegen sie alle 3.Nur die Krähen und die Dohlen jagen sie den ganzen Tag.
    Freue mich über Ihre Seiten machen Sie weiter so
    Mit freundlichen Güßen
    Hans-Jürgen

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