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Mit Butterfly im Pferde-MRT

06.03.2012, von , in Karte anzeigen

Das verletzte Bein des Pferdes "Butterfly" soll im Magnetresonanztomographen untersucht werden

Wenn sich Pferde am Bein verletzt haben und lahmen ist eine genaue Diagnose wichtig.  Die herkömmlichen in der Humanmedizin verwendeten Magnetresonanztomographen (MRT) sind für Pferde jedoch nur bedingt geeignet. Die Pferde müssten komplett in die Röhre gelegt werden. Das geht nur mit Vollnarkose – und ist auch angesichts der Größe und Schwere der Tiere ein äußerst schwieriges Unterfangen. An der Tierklinik der Universität Leipzig gibt es seit kurzem ein spezielles MRT, mit dem sich Pferdebeine untersuchen lassen – im Stehen, ohne Vollnarkose, nur mit einer kleinen Beruhigungsmittel. Für die Tierärzte und Pferdepfleger ist die Untersuchung trotzdem Schwerstarbeit. Denn sie müssen dafür sorgen, dass das Pferd auch still hält. Marieke Degen hat das Cowboypferd Butterfly in der Leipziger Tierklinik begleitet.

Trotz eines Beruhigungsmittels lässt sich das Pferd Butterfly nur schwer in die richtige Position bringen

Die braun-weiß gescheckte Pferdestute Butterfly steht vor ihrer Patientenbox in der Leipziger Tierklinik. An ihrem linken Vorderbein prangt ein dicker Verband. Butterfly lahmt, ihr linkes Fesselgelenk schmerzt. Deshalb soll es heute in einem Magnetresonanztomographen durchleuchtet werden.  Heute vormittag hat ihr der Schmied schon die Hufeisen abgenommen, jetzt tröpfelt ein Beruhigungsmittel durch einen Katheter an ihrem Hals. Das Mittel wirkt schnell, Butterfly döst ein bisschen weg. Die Untersuchung kann beginnen.

Allein das Wort ‚Magnetresonanztomograph‘ treibt so manchem menschlichen Patienten den Angstschweiß auf die Stirn: Eine enge Röhre, in der man regungslos verharren muss  – für eine gefühlte Ewigkeit. Auch Pferde müssen so eine Untersuchung ab und zu über sich ergehen lassen, meistens, wenn sie sich am Bein verletzt haben und lahmen. Und auch für Pferde ist die Röhre alles andere als angenehm.  Bisher mussten die Tierärzte der Universität Leipzig dafür auf einen herkömmlichen MRT in der Kleintierklinik ausweichen. Sie haben die Tiere in eine Vollnarkose gelegt und dann den gesamten Pferdekörper in die enge Röhre geschafft. Weil die Tiere so groß und schwer sind, schlafen ihnen dabei oft die Gliedmaße ein. Und eine Vollnarkose ist für Pferde immer ein Risiko – ein viel größeres als etwa beim Menschen.

Das alles gehört jetzt der Vergangenheit an. Seit ein paar Monaten besitzen die Leipziger einen Spezial-Magnetresonanztomographen eigens für Pferdebeine. Bislang gab es so etwas nur an privaten Pferdekliniken.

Tierarzt Prof. Walter Brehm kann auf dem Monitor genau sehen, ob das Tier verletzt ist

Das besondere an diesem Gerät: Die Veterinäre können die Tiere ganz bequem im Stehen untersuchen. Die Pferde müssen ihr Bein dafür nur in einem u-förmigen Bügel abstellen. Statt einer Vollnarkose bekommen die Tiere nur ein leichtes Schlafmittel, damit sie still halten. Außerdem müssen Hufeisen und Nägel ab, damit sie das Magnetfeld der MRT nicht stören und die Aufnahmen verderben.
Butterfly ist eine ruhige, gutmütige Stute. Trotzdem haben beiden Tierärzte Walter Brehm und Dagmar Berner alle Hände voll zu tun, sie still zu halten. Denn die leicht sedierte Stute schwankt hin und her – Schwerstarbeit für die Pferdepflegerin Sabine Bemmann.

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