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Von wegen „mucksmäuschenstill“: Der Gesang der Mäuse

13.02.2012, von , in Karte anzeigen

Maus im Freilauf-Experimentierraum (Foto: Max Plank Institut)

Maus im Freilauf-Experimentierraum

Wenn Artgenossen lange genug  voneinander entfernt leben, entwickeln sie sich in verschiedene Richtungen. Das ist nicht nur bei uns Menschen so – das gilt auch für die Welt der Tiere.  Nach und nach  passen sie sich an die unterschiedlichen Gegebenheiten der jeweiligen Umwelt an und beginnen sich voneinander zu unterscheiden.

Handelt es sich nicht nur um ein paar Jahre, sondern um Jahrtausende, können sich sogar ganz neue Arten bilden.

In der kleinen Schleswig – Holsteinischen Stadt Plön beschäftigen sich Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie genau mit solchen Phänomenen. Durchblickerin Mayke Walhorn hat den Wissenschaftlern dort über die Schulter geschaut.

Wie entstehen neue Arten?

Freilauf-Experimentierraum

In einem der größten Hausmaus-Forschungsprojekte in Deutschland liefern 1200 Mäuse den Wissenschaftlern dabei Tag für Tag wertvolle Erkenntnisse. Unter anderem die, dass sich die Hausmäuse in Europa nicht mehr wirklich verstehen:

In mehreren Freilauf-Experimentierzimmern lassen die Wissenschaftler die verschiedenen Nationalitäten auf Tuchfühlung gehen. Und tatsächlich:  Obwohl sie haargenau gleich aussehen und der gleichen Art entstammen, lehnen die deutschen Hausmäuse ihre französischen Artgenossen bei der Partnerwahl häufig ab – und umgekehrt.

Entscheiden Mäuse nach Nationalitäten? Und wie erkennen sie, woher ihr Gegenüber kommt?

Christine Pfeifle vor der Ultraschallbox (Foto: Mayke Walhorn)

Die Forscher in Plön möchten diesen Fragen auf den Grund gehen.
Sie vermuten, dass die Mäuse sich neben dem Geruch auch über ihre Art des Kommunizierens, den sogenannten Gesang, erkennen. Damit sind nicht die Pieps-Laute gemeint, die wir Menschen kennen, wenn eine Maus erschrickt , sondern Laute, die die Tiere im Ultraschallbereich von sich geben: Pfiffe, die unseren Ohren normaler Weise verborgen bleiben.

Wenn diese Laute sich regional unterscheiden, käme das einem Dialekt oder auch der Entwicklung einer eigenen Kommunikationsform gleich.

Mäuse in der Ultraschallbox (Foto: Mayke Walhorn)

In einem Ultraschall-Labor untersuchen die Forscher des Instituts in Plön darum, welche Unterschiede die Mäuse in ihren Lauten entwickelt haben. Sie setzen die Tiere in Ultraschall-Boxen, die mit Mikrofonen ausgestattet sind. Wenn sie ihnen durch Kommunikationsfenster die Sicht auf die Mäuse in den Nachbarboxen freigeben, beginnen die Mäuse über die Pfiffe im Ultraschallbereich miteinander in Kontakt zu treten – oder versuchen es zumindest. Die Wissenschaftler nehmen die Gesänge und Pfiffe der Tiere auf und analysieren sie im Computer. Mit erstaunlichen ersten Ergebnissen….

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