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Celitement – der Zement der Zukunft

23.01.2012, von , in Karte anzeigen

Reporterin Lena Stadler vor dem Autoklaven im KIT

Reporterin Lena Stadler vor dem Autoklaven im KIT


Schon die Römer wussten sich beim Bauen zu helfen: mit gebranntem Kalk als Bindemittel bauten sie im zweiten Jahrhundert nach Christus zum Beispiel das Pantheon in Rom – sie verwendeten also einen direkten Vorläufer unseres heutigen Zements. Seit dem dann Mitte des 19.Jahrhunderts der Portlandzement erfunden wurde, ist Zement als Bindemittel für Beton oder Mörtel unentbehrlich geworden. Allerdings: die Herstellung von Zement ist nicht gerade umweltschonend. Durch die Zementherstellung wird wesentlich mehr Kohlendioxid im Jahr ausgestoßen als durch den weltweiten Flugverkehr. In Karlsruhe forschen Wissenschaftler seit einigen Jahren an einem umweltfreundlichen Verfahren, Zement herzustellen. Durchblickerin Lena Stadler hat eine neue Pilotanlage zur Zementherstellung auf dem Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie, KIT, besucht und weiß jetzt Bescheid: Dieser neue Zement ist eine Wucht. Nicht umsonst haben die Forscher dafür letzte Woche den Innovationspreis für Klima- und Umweltschutz erhalten.

In diesen Fässern befindet sich der Zement der Zukunft

In diesen Fässern befindet sich der Zement der Zukunft

An der Herstellung von herkömmlichem Zement sind Siliciumdioxid, Calciumoxid, Wasser und Kohlendioxid beteiligt. Das ist bei dem Celitement genannten neuen Zement nicht anders, allerdings stehen hier die Rohstoffe in einem anderen Verhältnis zueinander. Der neue Zement verbraucht nach Angaben der Forscher bei der Herstellung weniger Energie als herkömmlicher Zement und setzt dabei nur halb so viel CO2 frei. Außerdem werden weniger Anteile des Ausgangsstoffs Kalk benötigt.

So kommt der aktivierte Zement aus der Aktivierungsmühle

So kommt der aktivierte Zement aus der Aktivierungsmühle

Noch wird aber kräftig geforscht an dem Zement. Dafür gibt es seit Oktober eine Pilotanlage auf dem Campus des KIT. Dort können pro Tag theoretisch bis zu 100 Kilo Celitement hergestellt werden. Das Produkt wird dann im angeschlossenen Labor untersucht und genauestens überprüft. Bis Celitement auf den Markt kommt, dauert es wohl noch ein bisschen, wahrscheinlich noch ein paar Jahre. Dann soll der Zement zunächst als Bindemittel in Produkten wie  Fließenkleber oder Putz zum Einsatz kommen.

Im Oktober wurde Celitement als „Ausgewählter Ort 2011“ im Wettbewerb „Land der Ideen“ ausgezeichnet. Und der am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelte umweltfreundliche Zement Celitement ist Gewinner des Deutschen Innovationspreises für Klima und Umwelt (IKU) 2011. Mehr zum Thema finden gibt es auch im Wissenschaft aktuell Blog.

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