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Zugforschung in der weltweit einzigen Tunnelsimulationsanlage

17.01.2012, von , in Karte anzeigen

Reporterin Carmen Woisczyk und Versuchsleiterin Daniela Heine schauen durch den Plexiglastunnel

Wer schon mal mit dem Hochgeschwindigkeitszug durch einen Tunnel gefahren ist, kennt das Gefühl: Man spürt Druck auf den Ohren. Der Grund dafür ist eine Druckwelle, die bei der Tunneldurchfahrt entsteht. Sie kann bei sehr hohen Geschwindigkeiten sogar richtig schmerzhaft werden. Das wollen die Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Göttingen mit Hilfe ihrer Tunnel-Experimentieranlage verhindern. Durchblicker-Reporterin Carmen Woisczyk hat sich das ganze einmal angesehen.

Mittels eines Katapults werden Modellzüge auf Geschwindigkeiten von bis zu 400 km/h beschleunigt

In der Tunnelsimulationsanlage des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Göttingen fährt eine bis zu 400 Stundenkilometer schnelle Modelleisenbahn: Die Zugmodelle werden mit einem Katapult aufs Gleis befördert und fahren mit voller Geschwindigkeit in einen Tunnel ein. Die Wissenschaftler wollen in der 60 Meter langen Anlage die Druckwellen messen, die bei der Tunneldurchfahrt entstehen. Es geht darum herauszufinden, wie man diese Druckwellen vermindern kann.

Mit Hilfe von Rauch und grünem Licht wird die Druckwelle als Luftwirbel am Tunneleingang sichtbar.

Wenn der Zug in den Tunnel einfährt, schiebt er sich wie der Kolben einer Luftpumpe in ihn hinein. Dabei presst er die Luft vor sich zusammen und es entsteht eine enorme Druckwelle, die durch den Tunnel schießt und schließlich wieder zurückkommt, weil sie nicht schnell genug aus dem Ausgang entweichen kann. Die Reisenden können die Druckwelle in den Ohren spüren, wenn sie über den Zug rollt.

Von oben ist zu sehen, wie Rauch aus den Fenstern des Vortunnels heraus pufft

In Zukunft sollen Züge schneller und die Tunnel kleiner gebaut werden. Dadurch wird auch die Druckwelle stärker. Für die Reisenden könnte der dann noch schneller ansteigende Druck sehr schmerzhaft werden.

 

 

Reporterin Carmen Woisczyk und Versuchsleiterin Daniela Heine spannen das Katapult mit einem Seil

Die Göttinger Forscher untersuchen, ob  das mit einem Vortunnel verhindert werden kann. Fährt der Zug in den Vortunnel hinein, könnte ein Teil der Luft durch 24 kleine Fensterchen an den Seiten entweichen. Dadurch steigt der Druck im Haupttunnel langsamer an. Die Passagiere würden weniger Druck auf den Ohren spüren.

Die Forscher führen Versuche mit und ohne Vortunnel durch und vergleichen das Ergebnis: Sie glauben, dass die Reisenden durch die Konstruktion eines Vortunnels rund 40 Prozent weniger Druck auf den Ohren spüren werden als vorher.

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Kommentare zu „Zugforschung in der weltweit einzigen Tunnelsimulationsanlage“

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  1. Elci Emrah
    schreibt am 21. Januar 2012 01:21 :

    Hallo

    ich bin der Meinung das der Druck der da entsteht, gebe es auch eine andere Alternative
    Wenn wir mal den Fisch anschauen er hat Kiemen wo durch er das Wasser ausstosst.
    Wenn wir in den Tunneln euch Kiemen einbauen würden wo durch der Druck welle nicht entweichen kann sonder an den Wänden bleibt und vielleicht auch den Zug ein kleinen Anstoss gibt etwas noch schneller zu werden.
    Da ich das nicht probiert habe ist das mal ein Idee … die mal Interessant währe

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