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Schwindelambulanz

27.12.2011, von , in Karte anzeigen

Reporter Roland Söker vor der kalorischen Untersuchung in der Schwindelambulanz

Rund ein Drittel der Menschen leidet im Laufe des Lebens unter Schwindelgefühlen und Gleichgewichtsstörungen. Kein Wunder, dass jährlich rund 5.000 Patienten die Schwindelambulanz am Klinikum Großhadern der Universität München aufsuchen. Weltweit ist es das größte Zentrum seiner Art und neben der Diagnose und Behandlung verschiedener Schwindelkrankheiten wird dort auch Forschung betrieben. Für die „Durchblicker“ hat Roland Söker einen der vielen Diagnoseschritte ausprobiert.

Reporter Roland Söker auf der schwankenden Platte in der Schwindelambulanz

Auf einem um 30 Grad geneigten Stuhl sitzend wird sein Ohr, der Ort des Gleichgewichtsorgans, mit warmem Wasser durchgespült. Eine an einer abgedunkelten Brille befestigte Kamera zeichnet anschließend seine Augenbewegungen auf. Die Zitterbewegung der Pupille, der sogenannte Nystagmus, versucht den durch die Wasserspülung künstlich erzeugten Schwindel auszugleichen. Diese Reaktion lässt sich am Computer aufzeichnen und erlaubt wichtige Hinweise auf eine eventuelle Schwindelkrankheit.

Für diese „kalorische Prüfung“ des Gleichgewichtsorgans erhielt Robert Barany im Jahr 1914 den Medizin-Nobelpreis. Im Diagnoseprozess der Schwindelambulanz ist dieser Test nur eine von mehreren Stufen. Bei der sogenannten Posturographie beispielsweise stellt sich der Patient auf eine schwankende Platte. Sein Balanceverhalten mit offenen und geschlossenen Augen lässt weitere Rückschlüsse auf eventuelle Störungen des Gleichgewichtsorgans zu.

Prof. Michael Strupp mit einem Modell des Gleichgewichtsorgans

Professor Michael Strupp, Leiter der Schwindelambulanz, erläutert, dass es zehn verschiedene, häufige Schwindelkrankheiten gibt. Dass sie sich zum großen Teil therapieren lassen, ist auch ein Verdienst der klinischen Studien und der Grundlagenforschung, die am Klinikum der Universität München durchgeführt werden.

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