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Das Altenpflegezimmer der Zukunft

06.12.2011, von , in Karte anzeigen

Pflegezimmer der Zukunft - Auf dem Monitor kann man sich seine Blutdruckmesswerte ansehen.

Pflegezimmer der Zukunft - Auf dem Monitor kann man sich seine Blutdruckmesswerte ansehen.

Die Betreuung und Pflege alter Menschen in Deutschland ist schon heute eine Herausforderung. In Zukunft wird es immer mehr ältere Menschen geben. Schon jetzt gibt es nicht genügend Personal und dadurch kaum Zeit für die Pflegebedürftigen.
Sozialwissenschaftler am Stuttgarter Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation erforschen im Projekt „Pflege 2020“, wie die Betreuung alter Menschen in der nahen Zukunft aussehen könnte. Katharina Thoms hat das „Pflegezimmer der Zukunft“ getestet.

Reporterin Katharina Thoms beim Blutdruckmessen

Ich liege in einem Bett, dass wie im Krankenhaus hoch- und herunterfahren kann. Über ein Blutdruckmessgerät an meinem Arm bin ich mit einem riesigen Flachbildfernseher verbunden, der vor mir steht. Damit kann ich selbst meinen Blutdruck messen. Aber auch mein Gewicht, meinen Puls und andere Werte werden darüber an meinen Hausarzt übermittelt, erklärt Petra Gaugisch vom Fraunhofer Institut. Somit sei der Arzt immer über meinen Gesundheitszustand informiert.
Außerdem hat der Fernseher eine Art Skypeverbindung eingebaut, über die ich mit meiner Familie, die weit weg wohnt, sprechen kann.

Der interaktive Spiegel im Badezimmer ist mit einem Touchscreen ausgestattet. Er soll die alten Menschen an alles erinnern.

Der interaktive Spiegel im Badezimmer ist mit einem Touchscreen ausgestattet. Er soll die alten Menschen an alles erinnern.

Das Modellpflegezimmer ist mit viel Technik ausgestattet und vor allem auf Alleinlebende ausgerichtet. Die Regale haben Metallstangen zum Festhalten, wenn ich unsicher auf den Beinen bin, erklärt Gaugisch. Im Boden ist außerdem eine Lichtleiste eingelassen. So wie im Flugzeug leitet sie mich nachts zu meinem Badezimmer.

Dort gibt es einen Spiegel, der gleichzeitig ein Touchscreen mit Erinnerungsfunktion ist: Verschiedene Icons leuchten auf, wenn ich mir nicht die Hände gewaschen oder mein Gebiss nicht eingesetzt habe.

Der Medikamentenschrank im Bad; Die Pappbrille lässt Katharina Thoms schlecheter sehen.

Der Medikamentenschrank im Bad; Die Pappbrille lässt Katharina Thoms schlecheter sehen.

Daneben leuchtet der Medikamentenschrank, der mich an meine tägliche Tabletteneinnahme erinnert.

Es sind viele hilfreiche technische Elemente im Fraunhofer Altenpflegezimmer. Das Konzept wirkt aber vor allem menschenleer. Die viele Technik, sagt die Sozialwissenschaftlerin Gaugisch, sei aber nicht da, um den Menschen zu ersetzen, sondern um die Pfleger und Ärzte bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

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