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Die Schwingungen der Erde – Das Schwarzwald-Observatorium

21.10.2011, von , in Karte anzeigen

Geophysiker Prof. Rudolf Widmar-Schnidrig und Reporter Ralf Caspary im Stollen

Geophysiker Prof. Rudolf Widmar-Schnidrig und Reporter Ralf Caspary im Stollen

Im Schwarzwald-Observatorium in Schiltach erforscht man die Bewegungen der Erdkruste. Unser Reporter Ralf Caspary ist mit dem Direktor des Observatoriums, dem Geophysiker Professor Rudolf Widmar-Schnidrig, mit Helm, Sicherheitsschuhen und Mikrofon unter die Erde gegangen, und hat sich die Funktion von hochempfindlichen Geräten, wie die Schlauchwaage, den Dehnungs- und Neigungsmesser sowie den Seismometer erklären lassen. Seit seinem Besuch unter Tage weiß er: Die Erde ist eigentlich wie eine Windharfe, deren Saiten „wie von Geisterhand“ ständig in Schwingungen versetzt werden.

Der Eingang des Stollens in Schiltach

Der Eingang des Stollens in Schiltach

Der normale Menschenverstand behauptet: Unsere Erde ist ein statischer Planet, der nur hin und wieder von Erdbeben erschüttert wird. Doch das ist ein Trugschluss: Die Erde, auf der wir leben, ist ständig in Bewegung: Mal hebt sie sich, dann senkt sie sich wieder, mal wird sie in starke, mal in schwache Schwingungen versetzt, mal wird aus der Kugel ein Ei, mal neigen sich ganze Formationen.
Warum das so ist, wie man das messen kann und welche Kräfte da am Werk sind, das erforschen Geophysiker und Geodäten von den Universitäten Karlsruhe und Stuttgart in einem ehemaligen Bergwerksstollen im Schwarzwald.

 

Video: Das Schwarzwald-Observatorium in Schiltach

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Prof. Widmar-Schnidrig beim Aufbau des Seismometers

Prof. Widmar-Schnidrig beim Aufbau des Seismometers

Im harten Granitfelsen sind circa 170 Meter unter der Erdoberfläche  hochempfindliche Geräte untergebracht, die kleinste Veränderungen der Erdkruste veranschaulichen und dokumentieren. So können die Forscher zum Beispiel mühelos an ihren Laptops  die Schwingungen der Brandung an der Atlantikküste messen; sie können beobachten, wie sich der Schwarzwald wegen der Anziehungskraft des Mondes in regelmäßigen Zyklen ein ganz klein wenig neigt.

Die Messdaten auf dem Monitor

Die Messdaten auf dem Monitor

Und mithilfe einer Schlauchwaage ist es ihnen sogar möglich, minimale Erhöhungen der Erdkruste in China zu registrieren.  Das Observatorium in Schiltach ist gerade wegen dieses Equipments eines der weltweit genauesten Zentren zur Messung der Bewegungen unserer Erde.

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