. .

Ein Projekt von: BR | NDR | SWR | WDR

Risk-Factory: Der Zocker verliert

02.09.2011, von , in Karte anzeigen

Rudi Zagst (TU München) und Michael Smith (Universität Reading) leiten die „Risk-Factory“.

Der Börsenhandel bringt Risiken mit sich, das kann man täglich in den Wirtschaftsnachrichten lesen. Damit seine Studenten den Umgang mit Risiken lernen, hat Rudi Zagst, Professor für Finanzmathematik an der TU München, eine „Risk-Factory“ eingerichtet. 26 Studierende der Fachrichtungen Mathematik, Informatik und Wirtschaftswissenschaften simulieren einen Tag lang das Geschehen an einer Börse. Unterstützt wird er dabei von Michael Smith von der Universität in Reading, der viele Jahre Praxiserfahrungen im Wertpapierhandel gesammelt hat.

Roland Söker hat für die Durchblicker eine Trainingseinheit in der Riskfactory besucht und beobachtet, wie sich ein trister Seminarraum in einen hektischen, simulierten Börsenplatz verwandelt.

Börsensimulation im Studium. Quer über die Tische werden sekündlich Verträge abgeschlossen.

Auf den ersten Blick sieht die Risk-Factory am Rande von Garching aus, wie ein ganz normaler Seminarraum mit einem Dutzend Computerterminals. Aber kaum hat Michael Smith den simulierten Handel gestartet, beginnt ein hektisches Gewimmel. Wie gebannt starren die Studenten auf ihre Bildschirme und rufen sich Preisangebote, Terminziele und Optionswerte zu. Quer über die Tische werden sekündlich Verträge abgeschlossen. Permanent klingelt das Telefon und fiktive Kunden wollen ins Geschäft kommen. Zudem laufen Nachrichten ein, die Michael Smith in das Programm eingibt, um weitere Hinweise über die Marktentwicklung zu geben.

Kursrutsch an der Frankfurter Börse – so etwas kann den Münchner Studenten in ihrer Simulation auch passieren.

Anna Lingel ist eine Studentin des Masterstudiengangs „Finance & Information Management“. Im Verlauf der Trainingsstunde macht sie alle Höhen und Tiefen eines Börsentages durch. Der Wert ihres Portfolios fällt ins Bodenlose, weil sie eine aktuelle Nachricht nicht beachtet. Als sie danach auf weiter fallende Preise setzt, kann sie ihre Verluste wieder ausgleichen. Michael Smith kann derweil ihre Transaktionen – und die aller anderen Studenten auch – an seinem Bildschirm verfolgen. Es kommt nicht nur darauf an, Gewinne zu machen – zu gleichen Teilen gehen auch die Anzahl der Händler- und Kundenkontakte in die Bewertung ein. „Der Zocker gewinnt nicht, weil er zu hohe Risiken eingeht“, sagt Rudi Zagst. Es gewinnt eher der Vorsichtige, der Risiken richtig einschätzt und dabei viele Kundenkontakte befriedigt.

Share

Schreibe einen Kommentar

*

Kartendarstellung

Karte
 

Der SWR ist Mitglied der ARD.

Impressum | SWR ©2019