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Grabungen am „Hohle Fels“

05.08.2011, von , in Karte anzeigen

In der "Hohle Fels"-Höhle suchen Archäologen nach Spuren aus der Vergangenheit

Zehntausende Jahre alte Mammutfiguren, Flötenstücke und eine Venus-Figur: Die Tübinger Archäologen vom Institut für Ur- und Frühgeschichte fördern immer wieder sensationelle Fundstücke aus der Eiszeit zu Tage. Jeden Sommer arbeiten Grabungsteams in den Höhlen der Schwäbischen Alb. Dieses Jahr findet das Sommercamp mit Studierenden aus aller Welt in der Nähe von Blaubeuren statt – in der Hohle Fels-Höhle. Katharina Thoms hat mit ihnen die Mühen des Grabungsalltags erlebt.

Wichtigstes Werkzeug bei den Ausgrabungen sind kleine Spatel

Vor über 30.000 Jahren lebte hier im „Hohle Fels“ unser Vorfahre: der Homo sapiens. Auch die Neandertaler waren schon hier. Heute graben hier drei angehende Archäologen in dieser Vergangenheit. Jeder hat einen Quadratmeter freie Fläche vor sich, das Grabungsquadrat. Mit kleinen Spateln sammeln sie die Erde in Eimern – auf der Suche nach Funden aus der Eiszeit.

 

Julian dokumentiert seine Funde

Julian trägt die Erdschichten aus der Zeit von vor 10.000 bis 20.000 Jahren ab. Er sucht nach Knochen, Feuersteinen oder Elfenbeinstückchen. Obwohl er schon seit zwei Stunden gräbt, sind ihm heute noch keine größeren Funde in die Hände gefallen. Er ist trotzdem fasziniert von seiner Arbeit. Auch die Erdschichten selbst verraten schließlich viel über die Vergangenheit.

 

Student Lars beim Vermessen

Das Grabungsquadrat wird ständig ausgemessen, die Grabung wird dokumentiert. Die Leiterin vor Ort, Maria Malina, bedient das 3-D-Messgerät und zielt mit einem roten Laserpunkt auf verschiedene Stellen im Grabungsquadrat. Alle Koordinaten werden in den Laptop übertragen, so dass die Höhle anhand der Daten später am Schreibtisch dreidimensional rekonstruiert werden kann.

Auch vor der Höhle wird gearbeitet: Laura wäscht an der „Schlemm-Station“ die so genannten Sammelfunde ab. In den Eimern mit der Erde könnten ja noch Kleinstfunde schlummern.

Auch kleine Funde können wie ein Puzzle ein Bild der Vergangenheit abgeben

Auf dem Sieb liegen vor allem  abgespülte Kalksteine, aber Laura findet auch einen Feuersteinsplitter. Keine Sensationsfunde heute. Dafür viele kleine Fundstücke. Damit können die Archäologen später bei der Auswertung an der Uni Tübingen der Geschichte der Menschheit wieder ein Puzzleteil hinzufügen.

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