. .

Ein Projekt von: BR | NDR | SWR | WDR

Der Waldbrandsimulator in Freising-Weihenstephan

18.07.2011, von , in Karte anzeigen

Gesammeltes "Zündelmaterial"

Waldbrandgefahr! Grade in der trockenen Sommerzeit hört man diese Warnung recht häufig im Radio. Forscher der TU München versuchen in Freising-Weihenstephan mittels Simulation zu ermitteln, welche Rolle der jeweilige Baumbestand für die Brandgefahr spielt, wie leicht sich also die Blätter und Nadeln unter verschiedenen Bedingungen entzünden. Roland Söker war beim „kontrollierten Zündeln“ dabei.

Man kennt diese Radiodurchsage: Stellen Sie ihr Auto nicht über trockenem Gras ab. Waldbrandgefahr! Die wird in Deutschland in fünf Stufen eingeteilt. Welche Warnstufe gerade herrscht, hängt vor allem von meteorologischen Daten wie Temperatur und Luftfeuchte ab.

Christian Schunk in der Klimakammer

In Freising-Weihenstephan arbeiten Wissenschaftler der TU München daran, auch die Rolle des jeweiligen Baumbestandes an der Waldbrandgefahr zu ermitteln. Dazu sammeln sie in den Wäldern Blätter und Nadeln der vier wichtigsten Baumarten in Bayern. Christian Schunk, Doktorand in der Abteilung Ökoklimatologie hat in seinem Labor viele Flaschen und stapelweise Kästen mit braunem Laubhaufen gesammelt.

Jedes Blatt wird einzeln vermessen und katalogisiert. Anschließend wird es mehrere Tage bei konstanten Bedingungen in einer Klimakammer gelagert. Dadurch kann Christian Schunk für jede Baumsorte Proben unterschiedlicher Waldböden „simulieren“ – von feucht-kühl bis heiß-trocken.

Entzündungsversuch

Mit diesen Proben geht’s nun zum „Zündeln“. Die Blätter werden auf einem Gitter über eine 530 Grad heiße Platte gehalten und mit einer darüberliegenden Flamme entzündet. Gemessen werden der Entzündungszeitpunkt sowie Größe und Dauer des Feuers. Mehrere Tausend solcher Entzündungsversuche muss Christian Schunk durchführen, um verwertbare Aussagen zu treffen.

Die Ergebnisse sollen eines Tages die bekannten Waldbrandgefahrenstufen verfeinern. Dann erhält der Förster nicht nur die Information, wie groß die Waldbrandgefahr generell ist, sondern kann daraus auch ableiten, wo in seinem Waldbestand die größte Brandgefahr besteht. Und verknüpft mit weiteren Forschungen lässt sich – so die Hoffnung – auch ermitteln, ob und wie die Waldbrandgefahr bei unterschiedlichem Baumbestand durch den Klimawandel steigt.

Share

Schreibe einen Kommentar

*

Kartendarstellung

Karte
 

Der SWR ist Mitglied der ARD.

Impressum | SWR ©2019