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Virtuelles Fliegen – Mehr Sicherheit für Kleinflugzeuge

16.06.2011, von , in Karte anzeigen

Im Keller des Instituts steht das abgeschnittene DA42-Flugzeug. Im hinteren Teil ist die Steuerzentrale angebracht

Eigentlich gehört ein Flugzeug nicht in den Keller. An der TU München, genauer am Lehrstuhl für Flugsystemdynamik, steht aber eines im Keller. Besser gesagt ein halbes. Die Ingenieure haben dort einen Flugsimulator aufgebaut, der Kleinflugzeuge simulieren kann. Damit wollen die Wissenschaftler vor allem Systeme entwickeln, die das Fliegen in dieser Klasse sicherer machen. Denn im Gegensatz zu den großen Passagiermaschinen, in denen das Reisen viel sicherer ist als in Auto oder Zug, gibt es bei den Kleinflugzeugen viele Abstürze jedes Jahr. Der Grund sind häufig Piloten, die noch nicht genug Erfahrung haben und in schwierigen Situationen überfordert sind. Durchblicker-Reporter Stefan Geier ist mit den Münchner Ingenieuren geflogen, um ein neues Sicherheitssystem am eigenen Leib zu erfahren.

Der Absturz im Flugzeug ist eine Horrorvorstellung für jeden Reisenden. Manche Menschen haben so große Angst davor, dass sie in kein Flugzeug steigen können. Dabei ist das Fliegen in großen Passagiermaschinen heute sehr sicher – sicherer als eine Fahrt mit dem Auto oder dem Zug. Anders sieht es bei den Kleinflugzeugen aus. Ob Businessflieger oder Sportflugzeug, weltweit stürzen hier jedes Jahr mehrere Hundert Maschinen ab. Manchmal, weil die Piloten zu wenig Erfahrung haben, manchmal, weil sie von schlechtem Wetter überrascht werden und die Kontrolle über die meist mechanisch gesteuerten Flugzeuge verlieren. Ausgeklügelte technische Sicherheitssysteme wie in großen Passagiermaschinen sind für Kleinflugzeuge zu teuer. An der Technischen Universität München forschen Ingenieure daher an Sicherheitssystemen speziell für solche Kleinflugzeuge – in einem Simulator.

Das echte Cockpit verstärkt den realistischen Flug

Flugsimulatoren dienen in erster Linie dazu, Piloten zu trainieren. Am Lehrstuhl für Flugsystemdynamik der Technischen Universität München allerdings werden Simulatoren auch dazu genutzt, neue Sicherheitstechnologien zu entwickeln. Die neuen Systeme können dann in die Flugzeugelektronik eingebaut und unter realistischen Bedingungen getestet werden.

Plattform für den Test eines Systems, das Piloten von Kleinflugzeigen unterstützen soll, ist der Nachbau eines zweimotorigen Flugzeugs, das im Keller des Instituts aufgebaut ist. Auf eine 180°-Rundumleinwand vor der Windschutzscheibe wird dann die Flugumgebung detailgenau projiziert. So können die Forscher von jedem Flughafen weltweit starten und landen. Hinter dem Cockpit sitzen allerdings keine Passagiere, sondern ein Ingenieur, der den Flug überwacht. Er kann schlechtes Wetter, Wind und andere Gefahren einspielen und die Piloten damit zum Handeln zwingen. Hat ein Pilot die Kontrolle über das Flugzeug erst einmal verloren, ist oft ein Absturz die Folge. Ein neues Sicherheitssystem gibt dem Piloten nicht nur hörbare Warnsignale, sondern auch ein Feedback über den Steuerknüppel.

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Kommentare zu „Virtuelles Fliegen – Mehr Sicherheit für Kleinflugzeuge“

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  1. BlackLane
    schreibt am 19. Juni 2012 10:32 :

    Hallo,
    solche Projekte kann man nur unterstützen. Gerade bei Hobbypiloten besteht oft noch viel Lernbedarf, da sie nicht besonders oft fliegen. Da kann es besonders in neuen und gefährlichen Situationen mal brenzlig werden. In so einem Simulator können solche Probleme vorbeugend durchgespielt werden.
    Sehr gute Idee!

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