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Fische wollen wandern: In Karlsruhe wird an einer optimalen Fischaufstiegsanlage geforscht

10.06.2011, von , in Karte anzeigen

Das Wasserbecken des Fischpassmodells (Verhältnis 1:10)

Nahrung, Brut- und Ruheplätze – Fische wandern, um all das zu finden. Oft müssen sie dafür flussaufwärts schwimmen, gegen den Strom und dabei noch unzählige Staustufen überwinden. Fischtreppen bzw. –pässe sollen ihnen beim Aufstieg helfen. Doch leider finden die Tiere den Eingang oft erst gar nicht. Schuld daran sind meist heftige Strömungen am Fuße der Staustufen, die sie beim Schwimmen verwirren. Die Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe hat deshalb ein Modell der Staustufe und des Wasserkraftwerks in Lauffen am Neckar nachgebaut, mit dem die Strömungsverhältnisse für einen optimalen Fischpass erforscht werden sollen. Reporterin Lena Stadler hat sich die Modellanlage angeschaut.

Bundesweit gibt es über 300 Staustufen wie etwa diese hier in Lauffen

Auch Fische wandern mal – und zwar wenn sie Hunger haben, laichen wollen oder ein Ruheplätzchen suchen. Dumm nur, dass ihnen der Mensch da einen Strich durch die Rechnung macht: Allein auf den großen Bundeswasserstraßen, zu denen etwa der Rhein, der Neckar oder die Mosel gehören, gibt es rund 300 Staustufen. Diese sind ein oft mehrere Meter hohes Hindernis für die Fische, das sie ohne menschliche Hilfe kaum überwinden können. Mit sogenannten Fischtreppen – auch als Fischpässe bekannt – will der Mensch den Tieren bei der Überwindung dieser künstlichen Barrieren helfen. Bis allerspätestens 2027 müssen laut einer EU-Vorgabe alle europäischen Flüsse gut funktionierende Fischaufstiegsanlagen haben. Doch Fischtreppe ist nicht gleich Fischtreppe: An vielen dieser Aufstieghilfen scheitern die meisten der Fische, weil sie hier durch starke Strömungen abgelenkt werden und so den Eingang zur Treppe erst gar nicht finden.

Fischlein schwimm': Eines der insgesamt neun Becken im Fischpassmodell

Daher ist auch der Bau einer möglichst bedarfsgerechten Anlage eine knifflige Angelegenheit. Eine Leitströmung muss her und die Fische auf die „richtige Bahn“ lenken. Haben sie dann ihren Fischpass gefunden, müssen sie den möglichst ohne Zeitverlust zurücklegen können. Die Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe hat in einer Halle ein 1 zu 10-Modell der Staustufe in Lauffen am Neckar nachgebaut und erforscht daran, zusammen mit der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz, wie ein optimaler Fischpass gebaut werden sollte. 2014 soll der Fischpass in Lauffen gebaut werden und als Vorbild für weitere Fischpässe im Neckar und vielleicht auch für andere Flüsse genutzt werden.

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