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Virtusphere – Mit der Hamsterkugel dem Orientierungssinn auf der Spur

06.06.2011, von , in Karte anzeigen

Reporter Michael Kurth wagt sich in die virtuelle Welt der "Virtusphere"

Virtusphere ist die Bezeichnung für eine hohle Kugel der ganz besonderen Art: Sie hat einen Durchmesser von drei Metern und ist auf Rollen gelagert. Wer in sie hinein steigt, kann in alle Richtungen gehen, ohne sich von der Stelle zu bewegen. Eine solche Kugel gibt es in Europa nur ein einziges Mal: Sie befindet sich in den Forschungsräumen der Arbeitsgruppe ‚Kognitive Neuroinformatik’ an der Universität Bremen. Die Wissenschaftler dort lassen Versuchspersonen mit einer Spezialbrille in der Kugel herumlaufen, die sie in vorprogrammierte virtuelle Welten versetzt. Auf diese Weise soll der  Orientierungssinn auf die Probe gestellt werden. Wie findet sich der Mensch in unbekanntem Terrain zurecht? Welche Leistungen vollbringt dabei das menschliche Gehirn? Und könnten auch Roboter irgendwann dazu fähig sein, sich in fremden Räumlichkeiten auf sinnvolle Art und Weise zu fortzubewegen? Michael Kurth mit einer Reportage, die – wie könnte es anders sein – mit einem Selbstversuch in dieser Hamsterkugel endet.

In der Virtusphere-Kugel soll der Orientierungssinn auf die Probe gestellt werden.

In den Räumlichkeiten der Arbeitsgruppe ‚Kognitive Neuroinformatik’ der Universität Bremen steht eine Kugel mit dem Namen ‚Virtusphere’. Sie hat einen Durchmesser von rund drei Metern und ist auf Rollen gelagert. Versuchspersonen, die in die Hamsterkugel steigen, können in alle  Richtungen laufen, ohne sich von der Stelle zu bewegen. Mit Hilfe eines sogenannten Head-mounted-Displays, einer speziellen High-Tech-Brille, werden die Probanden in virtuelle Welten versetzt, in denen sie sich frei bewegen können. Drei dieser Kugeln stehen in einem Spielkasino in Las Vegas, die Kugel in der Universität Bremen ist nur für die Forschung gedacht und die einzige ihrer Art in Europa.

Video: Virtuelle Realität – Virtusphäre in Bremen

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Die Neuroinformatikerin Kerstin Schill möchte herausfinden, wie sich das menschliche Gehirn auf unbekanntem Terrain orientiert.

Die Neuroinformatikerin Frau Professor Kerstin Schill stellt mit Hilfe der High-Tech- Brille in der ‚Virtusphere’ den Orientierungssinn des Menschen auf die Probe: Sie möchte herausfinden, wie sich das menschliche Gehirn auf unbekanntem Terrain orientiert. Gibt es eine Art ‚Landkarte im Kopf’? Inwieweit sind Sinneseindrücke an der Orientierung beteiligt? Können sich Menschen auch in unlogisch programmierten virtuellen Welten zurechtfinden?

 

Der Forscher Tim Hantel verfolgt auf dem Bildschirm den Weg der Versuchspersonen durch eine Art Labyrinth.

Mit Hilfe einer speziellen Software verfolgen Forscher wie Tim Hantel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut, den Weg der Versuchspersonen durch eine Art Labyrinth. Unter anderem geht es darum, heraus zu finden, wie Roboter programmiert werden müssen, damit sie sich in unbekannten Räumlichkeiten zurechtfinden können.Michael Kurth hat sich für den ‚Durchblicker’ in die virtuelle Welt gewagt und dabei beinahe den Durchblick verloren.

 

Mehr zum Thema: SWR2 Wissen: Roboter mit Raumgefühl – Die Erforschung der menschlichen Wahrnehmung

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