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Windkanal für Vogelflugversuche am MPI für Ornithologie in Seewiesen

21.04.2011, von , in Karte anzeigen

Rosenstar "Kanada", fotografiert von Michael Herzig

Rosenstar "Kanada" beim Flug im Windkanal

Vögel sind eigenwillige Tiere, vor allem als Versuchstiere und besonders, wenn es dabei um ihre eigenen Angelegenheiten geht, etwa um die jährlichen Wanderzüge. Für Forscher aber immer noch ein spannendes, weil rätselhaftes Thema, denn trotz vieler und aufwändiger Feldversuche sind noch entscheidende Fragen offen.

Deswegen lassen Ornithologen Zugvögel im Windkanal fliegen und erleben da einige Überraschungen, und zwar bereits im experimentellen Alltag. Stare zum Beispiel müssen, wenn sie stundenlang fliegen sollen, mit allerhand Abwechslung bei Laune gehalten werden, damit sie sich nicht nach einer Zeit gelangweilt einfach auf den Boden setzen.

Versuchsvögel, fotografiert von Michael Herzig

Die Versuchsvögel Kanada, Josè, Diego, Dickerchen, Lucki, Pedro und Bavaria

Dr. Ninon Ballerstaedt, Technische Leiterin der Windkanalversuche am Max-Planck-Institut für Ornithologie im oberbayerischen Seewiesen, muss sich da einiges einfallen lassen. Zudem hat sie es mit lauter Individualisten zu tun, die sich zu den Flugversuchen zum Teil kapriziös bitten lassen. Bei einem Vogel, der gerade keine Laune hat zu fliegen, nützt kein gutes Zureden und Zwang schon gar nicht.

Ein Windkanal-Star mit Box

Ein Windkanal-Star mit Box

Die Tiere scheinen ziemlich genau zu wissen, dass die Wissenschaftler auf ihre Bereitschaft mitzumachen angewiesen sind.
Doch gesetzt, das Federvolk fliegt im Windkanal und trägt auf dem Rücken zum Beispiel einen Minisender mit Antenne, eine weltweit benutzte Standardausrüstung für Feldversuche. Höchst unerfreut müssen dann die experimentierenden Vogelforscher beobachten: diese Geräte behindern den Flug der Tiere, und das hat möglicherweise Konsequenzen, die einem aufrechten Ornithologen kaum recht sein können.

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