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Arbeiten aus der Ferne – wie kann man Roboter im Weltraum von der Erde aus steuern?

01.02.2011, von , in Karte anzeigen

Der MTO-Roboter soll später, ferngesteuert von der Erde aus, Arbeiten verrichten

Manchmal ist es praktisch, einen Roboter zu haben, der einem die erreichbare Arbeit abnimmt. An gefährlichen Orten zum Beispiel, oder an Stellen, für die der Mensch nur bedingt lebensfähig ist – wie im Weltall. Da wäre es doch praktisch, wenn man den Roboter von einem weit entfernten Ort steuern könnte, eine ganz besondere Form der „Fernarbeit“ sozusagen. Schwierig wird es immer dann, wenn es um feinfühlige Manipulationen geht. An der Technischen Universität München entwickeln Wissenschaftler und Ingenieure ein solches System. Stefan Geier hat das Team bei einem Einsatz im „virtuellen Weltraum“ begleitet.

Angelika Peer (l.) überwacht das Experiment

Wenn es um Fernarbeit geht, denken viele an Arbeit von zu Hause aus. Angelika Peer von der Technischen Universität München denkt bei Fernarbeit an Roboter; an Maschinen, die aus großer Entfernung gesteuert werden. Im Keller des Instituts für Steuerungs- und Regelungstechnik hat sie mit ihrem Team eine ganz besondere Versuchsanordung aufgebaut. In zwei direkt nebeneinander liegenden Räumen wollen die Wissenschaftler die Fernarbeit mit Hilfe eines Roboters simulieren. Im ersten Raum steht die Steuereinheit, ein futuristisch aussehendes Eingabegerät. „Steuermann“ Nikolay Stefanov streift sich Datenhandschuhe über und klinkt sie in zwei riesige, von der Decke hängende Greifarme ein. Die Bewegungen seines Arms und seiner Hand können dank der Handschuhe nun auf die Hände eines Roboters übertragen werden. Diese Maschine, mit dem nüchternen Namen MTO (für Mobile Tele Operator) steht im Raum nebenan. Daher sind es hier nur wenige Schritte von der Steuereinheit, die auf der Erde steht, zum Roboter – im „virtuellen Weltraum“. Der Roboter soll in Zukunft z.B. auf der internationalen Raumstation ISS arbeiten.

Die Steuereinheit des MTO-Roboters

Die Aufgabe für Steurmann Nikolay Stefanov in dieser Versuchsanordnung: Er soll mit Hilfe des MTOs eine defekte Festplatte aus einem Technikschrank ausbauen und gegen eine Neue austauschen. Dazu muss er die Festplatte herausziehen, zu einem Tisch fahren, Kabel ausstecken, neue Festplatte anschließen und dann wieder einbauen. Eine große Herausforderung, denn die Maschine hat nur zwei relativ klobige Hände für die Manipulationen zur Verfügung. Ob der Roboter – gesteuert vom Raum nebenan – die Aufgabe meistern kann? Stefan Geier hat den MTO und seine Entwickler bei einem Einsatz im „virtuellen Weltraum“ begleitet.

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