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Im Eislabor – Das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven

12.01.2011, von , in Karte anzeigen

Im Eislabor des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven (Quelle: Alfred-Wegener-Institut)

Im Eislabor des Alfred Wegener Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven herrschen das ganze Jahr über frostige Temperaturen von minus 20 Grad. Michael Kurth ist für uns dorthin gefahren, um sich mit den Glaziologen, also den Eisforschern Johannes Freitag und Sepp Kipfstuhl zu treffen. Im Eislabor werden Eisbohrkerne vergangener Jahrtausende gelagert, zersägt und untersucht. Diese Bohrkerne sind im Originalzustand meist über drei Kilometer lang, stammen aus der Antarktis oder aus Grönland … und kommen dort aus einer über drei Kilometer tiefen Eisschicht.

Der Eisforscher Johannes Freitag bearbeitet einen Eisblock (Quelle: Alfred-Wegener-Institut)

Ans Tageslicht gezogen, kann man einen Blick auf das Eis der Vergangenheit werfen, und das älteste Eisstück, das sich in Bremerhaven befindet, ist über 800.000 Jahre alt. Das allein ist schon interessant genug. Doch noch wichtiger: Aus diesem alten Eis kann man Informationen über das Klima und die Treibhausgas-Konzentrationen vergangener Warmzeiten oder Eiszeiten gewinnen und darüber auch zu Aussagen darüber kommen, welche Veränderungen  bei einem Klimawandel in der Zukunft zu erwarten sind.

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der 16 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Die Eisbohrkerne werden in Regalen gelagert (Quelle: Alfred-Wegener-Institut)

Im Eislabor des AWI herrschen Temperaturen von minus 20 Grad – wie in einer Tiefkühltruhe. Hier lagert Eis aus den Tiefen der Antarktis und von den Gletschern Grönlands. Forscher untersuchen hier Eisbohrkerne, meterlange und armdicke Eisstangen. Die Kerne kommen aus einer Tiefe von bis zu 3000 Metern.

Die Kerne werden zerschnitten und für ganz unterschiedliche Untersuchungen genutzt. Mal geht es um  den Staubgehalt, dann werden die chemischen Spurenstoffe im Eis untersucht oder die eingeschlossene Luft analysiert.  Andere Eisscheiben werden für die Struktur- und  Kristallforschungen genutzt.

Eisforscher können im Eis Spuren aus der Geschichte unserer Erde erkennen (Quelle: Alfred-Wegener-Institut)

Das älteste Eis ist etwa 1 Million Jahre alt. Eis ist ein perfektes Klimaarchiv der Erde. Es speichert nicht nur die Temperatur, sondern man kann sich auch Zeitreihen der Atmosphäre aus diesen Eiskernen ziehen. Das heißt, man kann sich anschauen, wie sich zum Beispiel der CO2-Gehalt in der Atmosphäre mit der Zeit geändert hat – die ganzen Treibhausgase, die wichtig für das Klimasystem sind.

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Kommentare zu „Im Eislabor – Das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven“

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  1. Homepage
    schreibt am 31. März 2012 10:59 :

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