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Brandschutzprüfungen in der „Feuerhölle von Nürnberg“

20.12.2010, von , in Karte anzeigen

Interview in der Nähe der "Feuerhölle Nürnbergs"

In Rosenheim gibt es ein Institut, dessen Hauptaufgabe darin besteht, Glasscheiben kaputt zu machen. Das Institut für Fenstertechnik führt Forschungsprojekte und Zertifizierungsprüfungen zu allen Aspekten von Fensterscheiben, Türen und Fassaden durch. Von Einbruchschutz über Klimaeigenschaften bis zur Schalldichte.  Nach Nürnberg hat das Institut die Brandschutzprüfungen ausgelagert. Dort wird mit Hilfe riesiger Öfen getestet, ob Glasscheiben und Türen einem Brand 30 Minuten lang Stand halten. Roland Söker hat sich in die „Feuerhölle von Nürnberg“ gewagt und einen solchen Brandschutzversuch begleitet.

Als ich in der Halle ankomme, wird gerade ein Fassadenelement vor dem gut fünf mal fünf Meter großen Ofen montiert. Vertreter der Scheibenfirma und des Rahmenherstellers diskutieren mit dem Prüfstellenleiter Volker Müller noch über den Ablauf des Versuchs. Dann züngeln auch schon die Flammen aus den seitlich im Ofen angebrachten Brennern.

800 Grad heiß wird es im Verlauf des Versuches. 120 Liter Diesel verbrauchen die vier Brenner währenddessen. Erst reißt die dem Feuer zugewandte Scheibe, dann wird das Doppelglas milchig. Es knistert und schmatzt, später biegt sich die Fassade bedrohlich nach innen. Volker Müller bleibt trotz der enormen Hitze cool. Für ihn ist es Routine – nahezu täglich wird hier ein solcher Brandschutzversuch durchgeführt. Spezialkleidung hat nur ein Mitarbeiter, der während des Versuchs ganz nah an die Scheibe geht, um Messungen durchzuführen.

Nach 30 Minuten verkündet ein Pfeifton, dass der Test bestanden ist. Freude bei den Vertretern der Herstellerfirmen, doch der Versuch läuft weiter. Man will herausfinden, wann die Fassade endgültig kollabiert. Nach rund 45 Minuten reißt auch die Außenscheibe. Eine Flamme züngelt nach außen und der Versuch wird abgebrochen. Mit lautem Klirren fallen die Scheiben in sich zusammen, als der Löschstrahl sie trifft. Dicker Qualm steht in der Halle, aber die Erkenntnisse aus dem Versuch werden dadurch nicht vernebelt.

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