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Der Anästhesie-Simulator in Erlangen

23.11.2010, von , in Karte anzeigen

Anästhesiesimulator in Erlangen

Die Anästhesisten haben die Narkose im Anästhesiesimulator eingeleitet. Der Patient wird künstlich beatmet.

Bei jeder großen Operation bekommt der Patient eine Narkose. Zwischenfälle in der Betäubung von Patienten sind inzwischen zwar selten. Nur noch 0,01 Prozent aller Narkosen enden mit einem anästhesiebedingten Zwischenfall. Trotzdem: solche Komplikationen sind oft schwerwiegend für die Patienten. Und: 70 Prozent der Komplikationen sind
auf menschliches Versagen zurückzuführen. Am Universitätsklinikum in Erlangen haben Mediziner und Wissenschaftler daher ein Trainings-Zentrum für Anästhesisten entwickelt. Dort werden nicht nur Studenten, sondern auch erfahrene Ärzte in Trainingsoperationen auf den Ernstfall vorbereitet. Stefan Geier hat ein Team aus Ärzten beim Üben am Patienten begleitet.

Im Kontrollraum werden gezielt Gefahrensituationen erzeugt. Anästhesisten analysieren die Reaktionen der Kandidaten an der Simulatorpuppe

Im Kontrollraum werden gezielt Gefahrensituationen erzeugt. Anästhesisten analysieren die Reaktionen der Kandidaten an der Simulatorpuppe

Für Piloten ist es längst Routine: Sie absolvieren zwei Mal pro Jahr ein Training in einem Flugsimulator. Für Ärzte sind solche Übungen hingegen schwer zu realisieren. Am Universitätsklinikum in Erlangen haben Mediziner und Wissenschaftler daher ein Trainings- Zentrum für Anästhesisten entwickelt. Dieser Anästhesie-Simulator kann nicht nur Studenten auf den Einsatz vorbereiten. In inszenierten Trainings werden auch für erfahrene Ärzte komplette Operationen durchgespielt. Gezielt eingespielte Zwischenfälle sollen helfen, die Mediziner auf Überraschungen und Notfälle vorzubereiten.

Heute stehen der Anästhesist Dr. Christian Engelen und sein Kollege Stefan Hüttl bereit, um die Narkose während einer Blinddarmoperation einzuleiten und zu überwachen. Im Kontrollraum des Trainingszentrums sitzt der Oberarzt Dr. Georg Breuer. Er wird die Kollegen mit simulierten Zwischenfällen die Arbeit erschweren. Die Kandidaten im Simulator ahnen z.B. nicht, dass nach erfolgreicher Einleitung der Narkose plötzlich die zentrale Gasversorgung komplett ausfallen wird. In der Realität hieße das, der operierte Patient würde plötzlich nicht mehr beatmet werden.

Plötzlich fällt die Beatmungsmaschine aus. Die Ärzte müssen schnell reagieren.

Plötzlich fällt die Beatmungsmaschine aus. Die Ärzte müssen schnell reagieren.

Jetzt ist schnelles Handeln gefragt. Die Anästhesisten müssen auf „Handbetrieb“ umsteigen. Dabei muss alles sehr schnell gehen. Denn auch der simulierte Patient kann Atemnot bekommen und im schlimmsten Fall sogar einen Herzstillstand. Neben solchen Trainingssituationen analysieren Wissenschaftler und Psychologen außerdem, wie die Kandidaten am besten von solchen Übungen profitieren können.

In seiner Reportage begleitet Stefan Geier die beiden Anästhesisten bei ihrem Training und zeigt, wie wichtig das Simulieren von gefährlichen Situationen während der Narkose ist.

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