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Windkraftanlage auf dem Prüfstand

28.10.2010, von , in Karte anzeigen

Reporter Aeneas Roch im Generatorraum

Reporter Aeneas Rooch im Generatorraum

Bevor man ein Produkt in Serie fertigt und verkauft, sollte man es ausgiebig testen und verbessern. Manchmal jedoch ist das nicht ganz einfach, zum Beispiel wenn das Gerät, das getestet werden soll, 100 Meter hoch ist und einige tausend Tonnen wiegt, so wie eine Windkraftanlage. Doch dazu gibt es das Windtestfeld Grevenbroich nahe Köln. Unser Reporter Aeneas Rooch durfte hinfahren und den Technikern beim Testen der Anlage über die Schulter schauen, und zwar in 85 Metern Höhe.

Windtestfeld Grevenbroich nahe Köln

Windtestfeld Grevenbroich nahe Köln

Das Windtestfeld Grevenbroich ist das einzige Binnenland-Testfeld für Windkraftanlagen in ganz Deutschland; hier auf einem Acker – ungefähr eineinhalb Kilometer lang und einen Kilometer breit – werden Windkraftanlagen auf Herz und Nieren geprüft. Es wird getestet, ob das Material ermüdet, bei welchem Wind die Anlage wie gut arbeitet und wie laut sie ist.

Am Prototyp der Firma eviag, dem letzten Windrad ganz hinten auf dem Testfeld, wird neue Software aufgespielt. Die Windkraftanlage muss sich permanent dem Wind anpassen: Nicht nur kann sich dazu das gesamte Maschinenhaus um die eigene Achse drehen und genau in Windrichtung ausrichten, auch die einzelnen Rotorblätter können gedreht werden, sodass sie optimal zum Wind stehen und möglichst viel Energie aus den Böen herausholen. Diese Anpassung wird automatisch von einer Computersteuerung vorgenommen.


Windkraftanlage – Begleitvideo zur Sendung

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In 85 Metern Höhe überprüft Service-Techniker Gerrit Gonsior von eviag, ob die Software korrekt funktioniert. Arbeitet die Windanpassung nicht richtig, kann die Anlage im Wind zu schaukeln beginnen, was Material und Maschine strapaziert. Doch die Betriebsgeräusche im Maschinenhaus sind normal: Die Anlage läuft ruhig, sagt der Fachmann.

Die Rotorblätter selbst, mit 45 Metern rund halb so lang wie der gesamte Turm, kann man zwar hören, aber nicht sehen; zwei große, blaue Maschinen füllen den Raum, der Generator, praktisch ein gigantischer Dynamo, und das Getriebe, die Hälfte aller Getriebe für Windkraftanlagen stammt übrigens aus Nordrhein-Westfalen.

Nur ein Blick durchs Dachfenster zeigt die vorbeidrehenden Rotorblätter. Bei mittlerem Wind kommt jedes von ihnen 10 bis 15 Mal pro Minute am Fenster vorbei. Der moderne Prototyp ist ausgelegt auf zwei Megawatt Leistung. Er erzeugt damit pro Jahr Strom für den Verbrauch von bis zu 1.500 Haushalten.

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