Claus Kreß

Claus Kreß ist Jurist und Straf- und Völkerrechtslehrer. Seit 2004 leitet er das Institut für Strafrecht und Strafprozessrecht und hat den Lehrstuhls für deutsches und internationales Strafrecht an der Uni Köln. Außerdem ist er seit 2012 Direktor des dort neu gegründeten \“Institute for International Peace and Security Law\“.

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Antworten von Claus Kreß

War der Irakkrieg völkerrechtswidrig? Und wenn ja, warum blieb das ohne Konsequenzen? (18.07.2014)

Der Einsatz der Koalition der Willigen im Irak 2003 war nach meiner Überzeugung, die von sehr vielen Völkerrechtlern geteilt wird, völkerrechtswidrig. Ich möchte aber der Fairness halber hinzufügen, dass diese Frage nicht ganz unumstritten ist. Es gab zum Zeitpunkt des Einmarsches vonseiten der Hauptakteure dieses Krieges, also Amerika, England und Australien, eine völkerrechtliche Begründung dieses Gewalteinsatzes. [...] Antwort zu "War der Irakkrieg völkerrechtswidrig? Und wenn ja, warum blieb das ohne Konsequenzen?" lesen »

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Hat die Bundesrepublik nach 1945 einen Friedensvertrag unterzeichnet? (17.07.2014)

Einen Friedensvertrag – zwar nicht dem Wort, aber der Sache nach – gibt es, wenn auch mit großem zeitlichem Abstand. Die Frage nach dem völkerrechtlichen Status des Deutschen Reichs, also des mit der deutschen Einigung im 19. Jahrhundert entstandenen Völkerrechtssubjekts, war lange Zeit schwierig und umstritten. Als auf dem Territorium des alten Deutschen Reichs nach dem Zweiten Weltkrieg die zwei neuen Einheiten Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik entstanden, gab es Unsicherheiten über die Frage, ob es das alte Völkerrechtssubjekt noch gibt und wie sich die beiden neuen Einheiten zu diesem verhalten. Im Lauf der Zeit hat sich dann aber im Kern die Auffassung durchgesetzt, dass das Deutsche Reich als Völkerrechtssubjekt aller Irrungen und Wirrungen zum Trotz fortbestand. [...] Antwort zu "Hat die Bundesrepublik nach 1945 einen Friedensvertrag unterzeichnet?" lesen »

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Wie ist das Völkerrecht entstanden? (17.07.2014)

Im 19. Jahrhundert nahm man vorherrschend an, dass es im Völkerrecht ein freies Recht der Staaten gebe, Krieg zu führen – auf Lateinisch "ius ad bellum" – ein Recht zum Kriege. Mit dem Inkrafttreten der Charta der Vereinten Nationen, dem wichtigsten völkerrechtlichen Dokument der Gegenwart, hat sich diese Situation 1945 geändert. Seither haben wir eine Norm, die von ganz vielen Völkerrechtlern als die Fundamentalnorm der gegenwärtigen Völkerrechtsordnung bezeichnet wird: das Gewaltverbot. Das ist das an die Staaten gerichtete grundsätzliche Verbot, sich in internationalen Beziehungen des Einsatzes militärischer Gewalt zu bedienen. [...] Antwort zu "Wie ist das Völkerrecht entstanden?" lesen »

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