Warum sind Planeten immer rund?

von Gabor Paal am 11.11.2010, Kommentar hinzufügen

Das liegt an der Schwerkraft. Die Planeten und die Sonnen sind ja entstanden durch die Zusammenballung von Materie: Kosmischer Staub und Brocken zogen sich gegenseitig an, bildeten Klumpen und je größer die Klumpen wurden, desto größer wurde jeweils ihre Schwerkraft. Weil die Schwerkraft in alle Richtungen gleich wirkt, ist die Kugel die Form, bei der die Gravitationskräfte im Gleichgewicht sind.
Man kann sich das vielleicht mit folgendem Vergleich veranschaulichen: Auf einem großen Platz in einer Stadt passiert plötzlich etwas Spannendes. Ein Feuerwerk wird gezündet oder eine Akrobatikgruppe baut sich auf. Diese Attraktion zieht nun das Publikum an. Was passiert? Die ersten Zuschauer versuchen, in die erste Reihe zu kommen, denn dort sieht man am besten. So bildet sich ein erster Kreis um die Attraktion.

Und alle, die nachströmen, versuchen natürlich auch möglichst dicht ranzukommen und bilden dann nacheinander einen zweiten Ring, einen dritten und so weiter. Wenn der Platz frei zugänglich ist, also keine Hindernisse im Weg stehen, dann wird die Menschenmenge ziemlich kreisförmig werden. Denn sobald an einer Stelle plötzlich besonders viele Menschen hintereinander stehen, wird das irgendein findiger Besucher merken und an eine Stelle ausweichen, wo er noch dichter an die Show ran kommt, um besser zu sehen. Man kann also sagen, die Attraktion in der Mitte des Platzes übt eine „Anziehungskraft“ aus, die bis in die letzte Reihe noch ausgleichend wirkt. Und genauso wirkt die Anziehungskraft eines Planeten, nur dass sich das Geschehen dort im dreidimensionalen Raum abspielt. Dabei entsteht anstelle des Kreises eine Kugel.

Aber ist die Erde denn wirklich eine perfekte Kugel?

Nein, denn es gibt ein paar kleine Einschränkungen: Der beschriebene Ausgleichseffekt ist umso größer, je größer die Masse der Planeten ist. Kleine Himmelskörper, die sowieso nicht viel Masse haben, können durchaus ziemlich unregelmäßig sein. Die kleinen Asteroiden zum Beispiel, die nur ein paar Dutzende oder hundert Kilometer groß sind, ähneln häufig doch mehr einer unförmigen Kartoffel als einer Kugel. Auf der anderen Seite haben die großen Planeten Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun eine fast perfekte Kugelform. Die Erde wiederum wirkt, aus dem Weltraum betrachtet, ziemlich kugelförmig. Aber wenn man genau nachmisst, gibt es an der Oberfläche nicht nur die Gebirge, sondern schon im Schwerefeld der Erde gibt es Beulen und Huppel. Die zweite Einschränkung ist: Die Erde ist an den Polen etwas abgeflacht. Das wiederum kommt durch die Eigenrotation: Weil sich die Erde ständig um sich selbst dreht, sorgt die Zentrifugalkraft dafür, dass die Erde am Äquator ein bisschen dicker ist.

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