Teile und herrsche – divide et impera. Wie ist diese Redewendung zu interpretieren?

von Hans-Joachim Gehrke am 30.03.2010, Kommentar hinzufügen

Auf der einen Seite steht eine bedingungslose Unterwerfung nach dem Motto: „Willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein.“ Wenn man ein römischer Freund war, musste man mit den Römern auch durch dick und dünn gehen. Wenn man dagegen kein römischer Freund war, war das ziemlich ungemütlich.

Nachdem die Römer ihre Herrschaft aber wirklich etabliert hatten, bliebt ihnen nichts andere übrig, als sehr vieles abzugeben und Aufgaben zu delegieren. Denn Sie müssen bedenken, dass das Römische Reich riesengroß war. Es reichte von Schottland bis in die arabische Wüste, nach Nordafrika usw. Dieses große Gebiet war mit vormodernen Mitteln nicht so einfach zu beherrschen. Darum mussten die Untertanen das Reich unterstützen. Und so haben die Römer quasi das Prinzip der Subsidiarität erfunden. Das heißt, sehr viele Dinge wurden an der Basis erledigt, und zwar von sich weitestgehend selbst organisierenden Gemeinden und Städten, von denen es heute ja noch sehr viele gibt. Und die Zentrale, der Kaiser oder die Statthalter, griffen eigentlich nur ein, wenn es Probleme gab.

Hat sich diese Subsidiarität bis in das moderne Europa erhalten?

Ja, durchaus. Man spricht ja in der EU vom Subsidiaritätsprinzip. Ich glaube, da könnte man von den Römern noch einiges lernen.

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Beantwortet von Hans-Joachim Gehrke am 30.03.2010 in Geschichte, Stichworte: , , , , , , , , .

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