Warum hat der Februar weniger Tage als die anderen Monate?

von Gabor Paal am 12.11.2009, Kommentar hinzufügen

Hintergrund ist der alte römische Kalender. Das Jahr hat damals nicht mit dem Januar, sondern mit dem März angefangen, damit war der Februar also der letzte Monat.  In den Namen „September“, „Oktober“, „November“, „Dezember“ stecken ja die römischen Zahlen für 7, 8, 9 und 10 drin, und wenn man beim März anfängt zu zählen, war das ja auch richtig. Der Februar war also der letzte Monat und somit auch derjenige, der sozusagen nehmen musste, was bei der Aufteilung der Monate an Tagen übrig blieb. Das war schon vor Julius Cäsar so, im alten römischen Kalender. Da hatte der Februar auch schon nur 28 Tage, aber da war der Abstand zu den anderen Monaten noch nicht so groß, da gab es viele Monate mit nur 29 Tagen. Und dann kam im Jahr 47 v. Christus die berühmte Kalenderreform von Julius Cäsar. Er hat den Kalender in die Struktur gebracht, die wir heute auch noch haben. Cäsar hat zwar ein paar der alten Monate, die nur 29 Tage hatten, verlängert, so dass sich jetzt Monate mit 30 bzw. 31 Tage einigermaßen abwechseln, nur den Februar – der vorher schon der kürzeste Monat war – den hat er dabei unangetastet gelassen. Dafür hat er im Februar den Schalttag eingeführt, den es vorher nicht gab. Und so ist es bis heute geblieben.

Man liest gelegentlich noch eine andere Legende, wonach wir den kurzen Februar der Eitelkeit des römischen Kaisers Augustus zu verdanken haben. Augustus wollte ja dass ein Monat nach ihm benannt wird. Also wurde aus dem einstigen Sextilis der heutige August. Soweit ist die Geschichte richtig. Die Geschichte geht dann so weiter, dass bei Amtsantritt von Augustus der Sextilis also der spätere August nur 30 Tage gehabt haben soll, dafür aber der Februar einen Tag mehr. Und dann so die Legende, konnte Augustus das aber nicht verknusen, dass sein Monat weniger Tage hat als der Julius. Also hat er dem August einen Tag dazugeschenkt, deshalb hat der jetzt auch 31 Tage, und diesen zusätzlichen Tag hat er dann im Endergebnis beim Februar wieder abgezogen, so dass der heute im normalen Jahr nur noch 28 Tage hat. Diese Geschichte hat sich bis heute hartnäckig gehalten, ist aber falsch, die Quellen sind da eindeutig: der Sextilis hatte schon zu Cäsars Zeiten 31 Tage und insofern hatte Augustus keinen Grund, dem Februar etwas wegzunehmen.

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