Wird das Problem der Armut verharmlost?

von Christoph Butterwegge am 23.10.2009, Kommentar hinzufügen

Es wird in vielerlei Hinsicht verharmlost. Die einen sagen, dass die Armut bei uns doch gar keine wirkliche Armut sei, sondern dass die Armen bei uns auf einem hohen Niveau klagen. Armut – das ist, wenn man in der sogenannten Dritten Welt in einer Lehmhütte lebt, und wenn diese Lehmhütte dann noch von einem Tsunami weggeschwemmt wird. Während man eigentlich nicht wirklich arm ist, wenn man bei uns in einem Hochhaus wohnt, meinetwegen in Magdeburg-Olvenstedt oder Berlin-Neukölln.

Mich regt das auf, weil ich denke, dass es genau umgekehrt ist. Wenn man arm ist in einem reichen Land sieht man ja ständig, dass die anderen viel haben und man selber wenig. Man wird viel stärker ausgegrenzt, als wenn man in einem Slum in Nairobi lebt, dort geboren und aufgewachsen ist. Dann kennt man gar nichts anderes und alle anderen, die man kennt, haben auch so wenig. Das ist möglicherweise leichter zu ertragen als bei uns, denn bei uns gibt es einerseits immer mehr Armut, auf der anderen Seite aber immer mehr Reichtum.

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Beantwortet von Christoph Butterwegge am 23.10.2009 in Wirtschaft & Soziales, Stichworte: , , .

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