Warum fliegen Fliegen immer im Zickzack und halten sich unter Lampen auf?

von Lars Krogmann am 25.09.2009, 1 Kommentar

Wenn Stubenfliegen im Raum sind, fliegen sie immer in der Mitte vom Raum unter der Deckenlampe. Und wenn sie die Richtung ändern, dann machen sie keine elegante Kurve, sondern es sieht immer aus als würden sie immer in einem Winkel weiterfliegen.

Das ist eine hervorragende Frage. Stubenfliegen gehören tatsächlich im Insektenreich zu den besten Fliegern. Sie können im Gegensatz zu anderen Insekten – beispielsweise Nachtfaltern – im Flug ganz schnell ihre Richtung wechseln, weil sie eine bessere Flugmuskulatur haben als andere Insekten. Sie haben nur zwei große Vorderflügel. Die gesamte Flugmuskulatur muss also nur zwei und nicht vier Flügel antreiben.

Und sie haben eine ganz spezielle Entwicklung: Die Hinterflügel sind zu ganz winzigen, hochentwickelten Sinnesorganen umgewandelt – den sogenannten Schwingkölbchen. Und die geben den Fliegen innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde die Information darüber, wo sie sich im Raum befinden.

Das heißt, die Fliege fliegt zum einen schneller, und sie kann viel schneller ihre Richtung ändern. Eine Motte, die sehr große Flügel und auch noch vier Flügel hat, die würde immer kreisförmig um eine Lichtquelle herumfliegen. Auch weil sie durch das Licht stark in ihrer Orientierung beeinträchtigt ist. Fliegen können in der Luft stehen. Und allein durch dieses Stehen und der Fähigkeit, schnell die Richtung zu verändern, sieht das Ganze immer sehr abgehackt aus. Eine Motte kann in der Luft zum Beispiel nicht stehen bleiben. Aber ein Flugkünstler wie die gemeine Stubenfliege schon.

Das ist jetzt der eine Teil der Frage. Der zweite Teil war: Warum immer unter der Lampe – tagsüber, wo die Lampe gar nicht an ist.

Das würde tatsächlich keinen Sinn machen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Lampe bei Ihnen immer in der Mitte des Raumes hängt…

… im Allgemeinen ja.

Das liegt dann daran, dass die Fliege immer versucht, in eine Richtung so weit zu fliegen, wie sie es kann. Dann ändert sie die Richtung wieder und kommt zurück. Und dadurch hätte man natürlich den Eindruck, dass sie immer um die Deckenmitte kreist. Aber es macht keinen Sinn, dass sie sich bei ausgeschalteter Lampe daran erinnert, dass sie nachts zuvor gebrannt hat. Es wird wahrscheinlich Zufall sein und daran liegen, dass die Lampe im Allgemeinen in der Mitte von Decken hängt.

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Beantwortet von Lars Krogmann am 25.09.2009 in Pflanzen, Tiere, Ökologie, Stichworte: , , , , , , , .

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Kommentare zu „Warum fliegen Fliegen immer im Zickzack und halten sich unter Lampen auf?“

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Rudo schreibt am 31.07.2012

Das mit Zufall zu erklären oder einer Fehlbeobachtung, greift zu kurz. Die Fliegen nutzen eben nicht ihren maximalen Bewegungsspielraum aus, sondern kreisen tatsächlich in einem recht engen Radius von 50 bis 150 cm unter der Lampe, oft auch mehrere Exemplare gleichzeitig.

Nach Konsultation mehrerer Foren erscheint mir diese Antwort plausibel: Fliegen (es handelt sich dabei um die sog. „Kleine Stubenfliege“, Fannia canicularis – andere Fliegen zeigen dieses Verhalten offenbar nicht) suchen sich zur Paarung bzw. als Treffpunkt einfach einen markanten Punkt unter der Decke aus – und das ist meistens die Lampe. Kreisen tun übrigens anscheinend nur die Männchen, die da auf die Weibchen warten. Und wenn mehrere Männchen beieinander sind, können sie sich auch mal heftig ins Gehege kommen. Es ist also auch ein Revier- oder Balzverhalten. Ähnliches ist auch bei anderen Fliegen- und Mückenarten zu beobachten, nur suchen sich diese eben andere Landmarken aus wie z. B. einen Ast, einen Moorkolben oder anderes, um das sie tanzen.

Aber vielleicht ist es auch ganz anders, und die Natur (Gott) hat diese Fliegen einfach nur als Meditationshilfe für uns Menschen geschaffen. Schaut einfach mal länger dem Treiben zu, und der Geist geht auf eine weite Reise…

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