Ist Bronze ein Edelmetall?

von Gabor Paal am 19.08.2016, 5 Kommentare

Nein. Bronze besitzt zwar eine wichtige Edelmetall-Eigenschaft: Sie ist sehr korrosionsbeständig, oxidiert also kaum. Aber als Edelmetalle gelten nur reine Metalle – Bronze dagegen ist eine Legierung. Sie besteht zu mindest 60% Kupfer (was ein Edelmetall ist!) – der Rest sind andere Nicht-Edelmetalle wie Zinn, Aluminium oder Blei. Damit ist die Bronze per Definition kein Edelmetall. Sie ist übrigens auch nicht annähernd so wertvoll wie Gold oder auch Silber. Zum Vergleich: Wäre eine Goldmedaille aus reinem Gold (was sie nicht ist), würde sie 80mal mehr kosten als eine entsprechende Silbermedaille und 2400mal so viel wie eine Bronzemedaille. Aber der Preis ist für den Begriff „Edel“ nicht das entscheidende Kriterium, sondern die chemischen Eigenschaften.

Gold, Silber, Bronze - Die Medaillen (dpa)

Gold, Silber, Bronze – Die Medaillen (dpa)

„Echte“ Edelmetalle sind: Kupfer, Silber, Gold, Rhodium, Palladium, Rhenium, Osmium, Iridium, Platin. Auch Quecksilber wird meist dazuzählt. Es steht im Periodensystem direkt neben dem Gold, ist aber schon reaktionsfreudiger und schon deshalb ein untypisches Edelmetall.

Wenn man sich das Periodensystem der Elemente ansieht, wäre eigentlich eine „Kupfermedaille“ als „dritter Platz“ konsequenter, denn: Gold, Silber, Kupfer – diese drei Metalle stehen direkt übereinander. Kupfer ist aber bekanntlich relativ weich und biegsam – nicht das, was man von einer stabilen Medaille erwartet. Das war ja auch der Grund, weshalb in der Frühgeschichte Bronze so bedeutsam wurde: Diese Legierung aus Kupfer und Zinn ist viel härter und somit waffentauglicher als das reine Kupfer, das man schon vorher kannte.

Gold-Silber-Kupfer im Periodensystem

Gold-Silber-Kupfer im Periodensystem

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Beantwortet von Gabor Paal am 19.08.2016 in Frag den Paal !, Stichworte: , .

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Kommentare zu „Ist Bronze ein Edelmetall?“

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anonym schreibt am 22.08.2016

Aber wie viel % Gold enhalten die opympischen Medallien?

Ralf Kölbel schreibt am 23.08.2016

Nach unseren Informationen enhalten die olympischen Goldmedaillien lediglich einen Goldanteil von 1,2 Prozent. Das sind bei einem Gewicht von 500 Gramm rund 6 Gramm. Die restlichen 494 Gramm bestehen aus Silber mit einem Feingehalt von 92,5 Prozent. Der Materialwert liegt bei derzeit (August 2016) rund 514 Euro für eine Goldmedaillie. Silbermedaillien bestehen zu 100 Prozent aus Silber mit einem Feingealt von 92,5 Prozent. Bronzemedaillien enthalten 475 Gramm 93,7-prozentiges Kupfer sowie 25 Gramm Zink. (Quellen: Handelsblatt ; Gold.de)

anonym schreibt am 23.08.2016

Nur 1,2 % das ist extrem wenig.
Reichen diese 1,2 % Goldanteil in einer homogener Legierung aus, um den Medaillen gelbliche Goldfärbung zugeben?
Oder sind die Medaillen nur, z.B. galvanisch, mit dünnen Goldschicht überzogen (vergoldet)?

Auch bei dem Gewicht wird es auffallen, den Silber ist leichter.
Besser wäre Kern aus Wolfram mit einer Goldbeschichtung.
Wolfram hat nur 0,1 leichtere Wichte, als Gold. (und wird für falsche Goldbarren und Goldmünzen missbraucht)!
Gegenmittel: Ultraschall- Prüfung, z.B. bei Gynäkologen….

daniel schreibt am 08.02.2017

nein!!!

Schmidt schreibt am 18.08.2017

doch!!!

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