Gibt es funktionierende moralische Instanzen außer der Religion?

von Eveline Gutzwiller-Helfenfinger am 30.09.2015, Kommentar hinzufügen

Religion, Religiosität, Spiritualität können ein Ort sein, wo Moralität sehr gut aufgehoben sein kann. Die entwicklungspsychologische Perspektive, die vertrete, geht davon aus, dass es wichtig ist, nicht nur Normen, Werte, Regeln zu vermitteln im Sinne eines Trichtermodells – lerne all die Regeln auswendig, befolge sie und anschließend bist du ein guter Mensch, weil du das Gute tust. Wir gehen vielmehr davon aus, dass einerseits die Menschen selber lernen müssen, Sinn zu machen aus ihren Erfahrungen – wer bewertet was unter welchen Umständen wie? – und dies gleichzeitig auf einen objektiveren moralischen Standpunkt im Sinne von „das Gute“ beziehen müssen. Das ist ein langwieriger Prozess und bedeutet auch, dass wir dadurch der Situation Rechnung tragen, dass nie für jede Situation immer eindeutig gesagt werden kann, was das moralisch Richtige zu tun wäre.
Religion ist dabei ein Ort, wo Moralität sehr gut aufgehoben sein kann. Allerdings kann es sein, dass je nachdem, welches Verständnis gut und richtig in einer Religion oder Glaubensrichtung vorherrscht, man gerade im Namen dieser Religion Dinge tun kann, die aus einem objektiveren universalistischen Standpunkt nicht als moralisch angesehen würden.

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